Der Tisch ist gedeckt für Trump

Beim Gipfel des US-Präsidenten mit Kim kann es nicht nur um Nordkoreas Waffen gehen.

Atomare Abrüstung als Geste an Trump: Kim Jong-un und Moon Jae-in am Bankett in Panmunjon. (27. April 2018)

Atomare Abrüstung als Geste an Trump: Kim Jong-un und Moon Jae-in am Bankett in Panmunjon. (27. April 2018) Bild: Reuters

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Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben auf ihrem Gipfel auch das Treffen Kims mit dem US-Präsidenten Donald Trump vorbereitet. Die Ankündigung, das Atomtestgelände in Punggye-ri werde noch im Mai im Beisein der US-Medien geschlossen, ist eine Geste an Trump. Moon glaubt, wenn der US-Präsident den historischen Erfolg einer atomaren Abrüstung Nordkoreas für sich reklamieren könne, unterstütze er die Aussöhnung der beiden Korea.

Allerdings kann es beim Trump-Kim-Gipfel nicht nur um Nordkoreas Waffen und um die Modalitäten der Denuklearisierung gehen. Am Rande des inner­koreanischen Gipfels wurde besorgt die Frage diskutiert, wieweit Trump bereit und in der Lage sei, Kim entgegenzukommen.

Es könne ja nicht sein, dass man von Nordkorea eine fast komplette Abrüstung verlange, während seine Nachbarn hochgerüstet blieben. Und Washington biete womöglich nicht einmal eine Gegenleistung. Oder es halte sich später nicht an Trumps Versprechen.

1994 hatte Präsident Bill Clinton mit Kims Grossvater einen Stopp seines damals rudimentären Nuklearprogramms aushandeln lassen. Aber die USA kamen den Verpflichtungen, die sie im Genfer Rahmenabkommen eingegangen waren, nur schleppend und zum Teil überhaupt nicht nach.

Nordostasien war seit dem Ende des Koreakriegs in einem Patt erstarrt, mit dem Peking, Washington und Moskau nicht unglücklich waren. Alle drei fürchteten, sie könnten verlieren, wenn die Koreafrage aufbräche, selbst wenn sie friedlich gelöst würde.

Zur Neuordnung in Nordostasien braucht es mehr als einen Deal unter Männern.

Mit seinem Zündeln im Vorjahr hat Kim dieses Patt aufgebrochen, das auf Kosten der nordkoreanischen Bevölkerung ging. Das könnte man als jenen «Erfolg» seines Atomprogramms deuten, von dem er sprach. Obwohl er es sicher nicht so gemeint hat.

Donald Trump schert sich nicht um Geschichte oder Allianzen. Das ist meist gefährlich, in diesem Fall könnte es eine Chance sein, jedenfalls zu Beginn. Zur Neuordnung in Nordostasien braucht es dann allerdings mehr als unorthodoxes Draufgängertum oder einen Deal unter Männern. Viel mehr.


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Erstellt: 29.04.2018, 21:36 Uhr

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