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Deutschland bestellt Schweizer Panzerfahrzeuge für Afghanistan

Nach den jüngsten Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan rüstet die deutsche Regierung auf: Sie kauft im grossen Stil ein – in der Ostschweiz.

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Neuanschaffung: Der Eagle IV.
Neuanschaffung: Der Eagle IV.

Die deutsche Bundeswehr rüstet angesichts der vielen Anschläge auf ihre Truppen in Afghanistan auf. In einem «Eilverfahren» bestellt sie 60 gepanzerte Fahrzeuge des Typs Eagle IV beim Schweizer Hersteller Mowag, wie die «Financial Times Deutschland» heute Morgen berichtet. Der Auftrag dürfte sich demnach auf insgesamt 61,5 Millionen Euro beziffern.

Im Jahr 2011 sollen ausserdem 90 weitere Fahrzeuge folgen. Die Zeitung verweist auf das Verteidigungsministerium als Quelle. Die Firma Mowag, die ihren Sitz im thurgauischen Kreuzlingen hat, bestätigt gegenüber Redaktion Tamedia, dass «eine Anfrage» der deutschen Regierung läuft. Details zu Geschäften kommuniziere man immer erst nach einem Vertragsabschluss. Mowag ist eine Tochterfirma der amerikanischen General Dynamics. Sie hat der Bundeswehr für ihren Afghanistan-Einsatz bereits 198 Fahrzeuge im Jahr 2008 sowie 20 Fahrzeuge im November 2009 geliefert. Der Vertrag von 2008 hielt ausserdem fest, dass Deutschland bis zu 474 Fahrzeuge in Kreuzlingen bestellen könnte.

Abstimmung im November

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte Anfang der Woche angekündigt, bis zu 200 neue gepanzerte Fahrzeuge nach Afghanistan zu schicken. Dies, nachdem die Truppen vermehrt Opfer von Anschlägen geworden sind. Guttenberg stattete dem Stützpunkt Kunduz diese Woche einen Überraschungsbesuch ab, wie die FTD weiter berichtet. Das Verteidigungsministerium, so die Zeitung, gehe davon aus, dass von den derzeit 975 Panzerfahrzeugen 600 in naher Zukunft ersetzt werden müssten. Die Beschaffung des Typs Eagle IV eile besonders.

In der Schweiz war im November 2009 eine Initiative abgelehnt worden, die den Export von Kriegsmaterial stark eingeschränkt hätte. 68, 2 Prozent der Stimmbürger lehnten das Volksbegehren der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee ab. Es war die vierte ähnlich ausgerichtete Initiative, die bislang an der Urne verworfen wurde.

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