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Die Lady gegen die Magnaten

Ihr Einsatz für Demokratie hat Aung San Suu Kyi den Friedensnobelpreis eingebracht, die Militärjunta in Burma bestrafte sie mit Haft. Nun tritt sie gegen die alten Herrscher an.

Tochter des legendären Freiheitshelden Aung San: Die Demokratieaktivistin Aung San Suu Kyi an einer Wahlveranstaltung (1. November 2015).
Tochter des legendären Freiheitshelden Aung San: Die Demokratieaktivistin Aung San Suu Kyi an einer Wahlveranstaltung (1. November 2015).
Soe Zeya Tun, Reuters

Khin Shwe, der nun aufs Podium steigt, hat seinen Zauberer mitgebracht. Es ist ja nicht mehr so einfach zu siegen wie früher. Bei der Wahl 2010 fehlten noch die wahren Gegner, weil Oppositionelle entweder eingesperrt waren oder die Abstimmung boykottierten. Kandidaten des Militärregimes hatten es leicht. Jetzt ist das anders, zumal der Geschäftsmann Khin Shwe auch noch in Kawhmu antritt. Jedes Kind in Burma kennt diesen Ort nahe der früheren Hauptstadt Rangun. Es ist der Wahlkreis der Freiheitskämpferin Aung San Suu Kyi. Da muss einer aus dem alten Lager schon ein paar gute Tricks aufbieten, um sich noch einen Platz zu sichern. Khin Shwe, ein sehr ­dicker und sehr reicher Mann, will das schaffen. Aber er hat erst gar nicht versucht, direkt gegen die Oppositions­führerin anzutreten. Sie kandidiert für das Unterhaus, er möchte seinen Sitz im Oberhaus retten. Als Senator gehört er zur regierenden Union der Solidarität und Entwicklung (USDP), die aus der Militär­junta hervorgegangen ist. Und die ist in Kawhmu nach allem, was man erfahren kann, nicht gerade beliebt.

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