Die Natur hat das Sperrgebiet rund um Fukushima fest im Griff

Vor über sechs Jahren vertrieb die Nuklearkatastrophe die Bewohner aus Fukushima. Nun erobert sich die Natur ihr Gebiet zurück.

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Wo früher Blumen auf dem Balkonen blühten, winden sich heute wilde Pflanzen um das ganze Haus. Fast scheint es so, als ob sie den zerfallenden Gebäuden Halt geben wollten. Tetsuro Takehana verbrachte zehn Jahre seiner Kindheit in Fukushima. Jetzt kam er zurück um Bilder von der verstrahlten Zone rund um das Kernkraftwerk zu machen. «Es ist wie wenn die Zeit gestoppt hätte», sagt der Fotograf «und doch wachsen die Bäume und das Gras weiter.»

Fukushima in der Hand der Natur: Tetsuro Takehana filmt die verlassenen Gebiete rund um Fukushima. (Quelle:You/Tube)

Zu welchem Zeitpunkt die Rückkehr in das verseuchte Gebiet wieder möglich ist, ist bis heute unklar. Georg Steinhauser, Professor für Umweltradioaktivität, sagte in einem Interview mit der Zeit: «Die Sperrzone wird noch einige Jahrzehnte bestehen bleiben. Doch Fukushima ist ein Ort, an den die Menschheit zurückkehren wird. Und wenn es hundert Jahre dauert.»

Erstellt: 11.08.2017, 15:40 Uhr

Nuklearkatastrophe von Fukushima

Megabeben und Tsunami trieben Japan in den nuklearen Notstand.

Am 11. März 2011 ereignete sich das stärkste Erdbeben Japans. Dies führte zu einem Tsunami und der nuklearen Katastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima.
Die bis zu 40 Meter hohen Tsunami-Wellen rissen rund 18’000 Menschen in den Tod. Die Kernschmelze in den drei Reaktorblöcken und der darauffolgende Austritt des radioaktiven Materials hatten weitreichende Folgen: Über 100’000 Menschen mussten aus ihren Häusern in der Umgebung von Fukushima fliehen.
Mitnehmen konnten sie nur das Nötigste.

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