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«Die Taliban können jederzeit zuschlagen»

Mit der Eroberung der Grossstadt Kunduz ist den Taliban ein Coup gelungen, sagt Afghanistan-Kenner Thomas Ruttig. Schuld an der jüngsten Entwicklung sei auch das westliche Militärbündnis.

In einigen Teilen der Stadt wird laut Angaben von Anwohnern noch gekämpft: Afghanische Einheiten in Kunduz. (1. Oktober 2015)
In einigen Teilen der Stadt wird laut Angaben von Anwohnern noch gekämpft: Afghanische Einheiten in Kunduz. (1. Oktober 2015)
Jawed Kargar, Keystone
Die Armee konnte die Stadt laut Angaben der Regierung in heftigen nächtlichen Kämpfen den Taliben wieder entreissen: Eine Armeepatrouille im Zentrum von Kunduz.(1. Oktober 2015)
Die Armee konnte die Stadt laut Angaben der Regierung in heftigen nächtlichen Kämpfen den Taliben wieder entreissen: Eine Armeepatrouille im Zentrum von Kunduz.(1. Oktober 2015)
Jawed Kargar, Keystone
Taliban-Kämpfer posieren vor einem Auto der UNO, das nun sie fahren. (29. September 2015)
Taliban-Kämpfer posieren vor einem Auto der UNO, das nun sie fahren. (29. September 2015)
Keystone
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Erstmals seit 14 Jahren erobern die Taliban eine Grossstadt in Afghanistan. Was bedeutet das?

Für die Taliban ist das ein grosser Schritt nach vorn. Bislang haben sie nur kleinere Zentren erobert und dann oft nicht lange halten können. Wir können momentan natürlich nicht voraussagen, wie dauerhaft diese Eroberung sein wird. Aber alleine die Tatsache, dass den Taliban dieses Unterfangen gelungen ist, gegen einen zahlenmässig viel grösseren Gegner, ist eine Überraschung. Eine Überraschung, die aus zwei Gründen nicht hätte sein dürfen. Einerseits hatten die Taliban bereits im April Kunduz angegriffen, die Sicherheitskräfte hätten also gewarnt sein müssen. Andererseits ist der erneute Angriff kurz nach dem islamischen Opferfest erfolgt. Die lokalen Verantwortlichen haben schlicht geschlafen. Der Gouverneur war auf Auslandsreise, der Polizeichef war auch nicht präsent.

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