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«Die USA verlängern nur die Zündschnur der Schuldenbombe»

In China wird die Einigung im US-Haushaltspoker als fauler Kompromiss aufgenommen. Die Ratingagentur Dagong senkt ihre Kreditnote für Schuldpapiere der USA.

Der Alltag ist zurück: Studenten fotografieren sich vor dem Lincoln-Memorial. (17. Oktober 2013)
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Reuters
Nach getaner Arbeit: Mitglieder des Repräsentantenhauses verlassen das Kapitol. (16. Oktober 2013)
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Reuters
People stand near a closed road gate leading to Fort Point National Historic Site, which has been closed due to the federal government shutdown, in San Francisco, California October 2, 2013. Cancellations and delays caused by the federal government shutdown spread across the United States on Wednesday, ruining dream vacations, upending carefully laid wedding plans and complicating the lives of millions of people.
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Stephen Lam, Reuters
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Die Zahlungsunfähigkeit ist abgewendet, die US-Verwaltung nimmt nach 16 Tagen Stillstand wieder ihre Arbeit auf. Der Kongress konnte sich in letzter Minute auf einen Kompromiss im Budgetstreit einigen. China, mit 1,3 Billionen Dollar in US-Staatsanleihen grösster Gläubiger der USA, begrüsste den Schritt. «Dieses Thema betrifft viele Staaten. Die USA sind die grösste Volkswirtschaft der Welt», sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums in Peking.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua übte jedoch Kritik in einem Kommentar. Der jetzige Kompromiss «verlängert nur die Zündschnur der US-Schuldenbombe um ein paar Zentimeter». Xinhua zweifelte auch an der Sicherheit von US-Staatspapieren. «In- und ausländischen Investoren sei geraten, sich einen Plan B zurechtzulegen, da noch immer keine langfristige Lösung für die US-Schuldenkrise in Sicht ist», schrieb die Nachrichtenagentur. Aus Parteikalkül hätten die Abgeordneten eine Lösung bis zum letzten Moment hinausgezögert. Dabei seien ihnen die schlimmen Konsequenzen für die Weltwirtschaft sehr bewusst gewesen.

Rating nur noch A–

Die chinesische Agentur Dagong senkt trotz Einigung im Haushaltsstreit das US-Kreditrating. Der Kompromiss in Washington sei keine Lösung der grundlegenden US-Schuldenkrise, urteilte die Agentur heute Donnerstag in Peking. «Die Regierung steht weiter am Rand zum Zahlungsausfall.» Daher sei die Bonitätsnote von der dritthöchsten Bewertung A auf A– gesenkt worden. Der Ausblick bleibt negativ, sodass weitere Abstufungen drohen.

Dagong gilt allerdings bisher wegen seiner intransparenten Verflechtung von Politik und Wirtschaft in China nicht als ernst zu nehmender Konkurrent für die grossen westlichen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch.

Sorge um Weltwirtschaft

Der Sprecher von Chinas Handelsministerium sagte, China hoffe und glaube, dass die USA ihre Schuldenprobleme auf absehbare Zeit lösen könnten. «Ein Zahlungsausfall würde nicht nur das Ansehen der USA treffen, sondern auch die Erholung der Weltwirtschaft runterziehen», sagte der Sprecher bei einer Pressekonferenz in Peking.

Als grösster ausländischer Gläubiger ist China zunehmend besorgt, dass die politischen Dauerquerelen in den USA die eigenen Forderungen bedrohen könnten. Allein im dritten Quartal bezifferte die Zentralbank People's Bank of China die Währungsreserven auf 3,66 Billionen Dollar. Davon sollen 60 Prozent in US-Dollar angelegt sein. 1,3 Billionen Dollar hat China in US-Staatspapieren angelegt.

(sda/AP)

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