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Eine Entschuldigung wider Willen

Die von Japans Ministerpräsident Abe öffentlich gezeigte Reue ist nur die Reaktion auf den Druck vieler Japaner.

Dem Frieden zuliebe: Japans Premier Shinzo Abe drückt an der Rede zum 70. Jahrestag des Kriegsendes seine Reue aus. (14. August 2015)
Dem Frieden zuliebe: Japans Premier Shinzo Abe drückt an der Rede zum 70. Jahrestag des Kriegsendes seine Reue aus. (14. August 2015)
Toru Hanai, Reuters

Premier Shinzo Abe hat das Minimum getan. In seiner Erklärung zur siebzigsten Wiederkehr der Kapitulation Japans hat er die vier Stichworte erwähnt, die in Peking und Seoul zur Conditio sine qua non für bessere Beziehungen gelten, insbesondere für ein Gipfeltreffen. Er bezeichnete Japans Krieg gegen seine Nachbarn als «Aggression» und die Unterwerfung Koreas als «Kolonisierung»; er drückte «tiefe Reue» aus für die «unmessbaren Schäden und das Leid», die Japan über andere Länder brachte. Und mehrfach benützte er die Worte «Entschuldigung von Herzen». Er stehe zu den Erklärungen seiner Vorgänger, die sich vor zehn und zwanzig Jahren «von Herzen entschuldigten», versicherte er. An ihnen werde «nicht gerüttelt, auch in Zukunft nie».

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