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Eine junge, unfertige Demokratie in der Krise

Südkorea drohen nach der Absetzung seiner Präsidentin bis zu acht Monate ohne Staatsoberhaupt. Seine demokratischen Institutionen sind äusserst fragil.

Christoph Neidhart, Tokio
Hunderttausende Demonstranten fordern seit Wochen einen Rücktritt Parks: Die Teilnehmer des Protests feiern den Entscheid des Parlaments (9. Dezember 2016).
Hunderttausende Demonstranten fordern seit Wochen einen Rücktritt Parks: Die Teilnehmer des Protests feiern den Entscheid des Parlaments (9. Dezember 2016).
Kim Hong-Ji, Reuters

Das überraschend deutliche Resultat von 234 von 300 Stimmen zeigt, dass Park selbst in ihrer eigenen Saenuri-Partei jeglichen Rückhalt verloren hat. Die Absetzung muss allerdings noch vom neunköpfigen Verfassungsgericht bestätigt werden. Es hat für seine Beratungen 180 Tage Zeit.

Park wird vergeworfen, sie habe ihre Freundin, der Schamanenpredigerin Choi Soon-sil, geholfen, den grossen Familienkonzernen Südkoreas, Samsung, Hyundai, LG und weiteren, Spenden für angeblich gemeinnützige Zwecke abzupressen, insbesondere zwei Sporthilfeorganisationen. Choi hat die etwa 70 Millionen Franken jedoch selber eingesackt, dafür sitzt sie, wie auch mehrere hohe Beamte des Präsidialapparates als Helfershelfer, inzwischen in Untersuchungshaft.

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