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Geschäftsmann wird neuer Präsident Pakistans

Der Nachfolger von Asif Ali Zardari ist bestimmt. Überschattet wurde die Wahl des neuen pakistanischen Präsidenten von einem Angriff auf ein Gefängnis, bei dem die Taliban mehr als 250 Häftlinge befreiten.

Mit seinem Sieg wurde gerechnet: Mamnoon Hussain.
Mit seinem Sieg wurde gerechnet: Mamnoon Hussain.
AFP

In Pakistan ist der Geschäftsmann Mamnoon Hussain zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der Politiker der regierenden Muslimliga erzielte die Mehrheit der Stimmen der Abgeordneten des Parlaments und der Regionalvertretungen, wie der staatliche Fernsehsender PTV berichtete. Hussain wird der zwölfte Präsident Pakistans und folgt auf Asif Ali Zardari, dessen Amtszeit im September endet. Erstmals waren nicht alle Pakistaner, sondern lediglich die Abgeordneten zur Wahl des Präsidenten aufgerufen.

Mit dem Sieg Hussains war gerechnet worden. Er ist ein enger Vertrauter von Premierminister Nawaz Sharif. Hussains einziger Konkurrent war Wajihuddin Ahmed, ein angesehener früherer Richter am Obersten Gerichtshof Pakistans. Er war von der drittgrössten Partei, der Pakistan Tehreek-e-Insaaf des früheren Cricketstars Imran Khan, aufgestellt worden.

Die wichtigste Oppositionspartei des Landes, die Pakistanische Volkspartei, boykottierte die Wahl. Grund dafür war die Vorverlegung der Abstimmung, die ursprünglich für den 6. August geplant war. Die Macht des Staatschefs in Pakistan wurde im Zuge einer Verfassungsreform deutlich beschnitten. Er hat nunmehr vorwiegend repräsentative Aufgaben.

25 «gefährliche Terroristen» befreit

Überschattet wurde die Wahl von einem Angriff auf ein Gefängnis in der Nacht zuvor, bei dem die radikalislamischen Taliban mehr als 250 Häftlinge befreiten. Der Angriff auf das Gefängnis im Nordwesten des Landes am späten Montagabend warf ein Schlaglicht auf die Probleme, denen sich der neue Präsident stellen wird müssen. Unter den befreiten Gefangenen im Gefängnis von Dera Ismail Khan seien auch 25 «gefährliche Terroristen», teilte die Polizei mit. Bei dem Angriff, der kurz vor Mitternacht begann und mehrere Stunden andauerte, wurden sechs Polizisten, sechs muslimische Häftlinge und zwei Zivilisten getötet.

Kurz vor Mitternacht fuhren nach Polizeiangaben Dutzende Taliban-Kämpfer auf Motorrädern und in Autos vor dem Gefängnis vor, zündeten zahlreiche Sprengsätze und brachten damit die Gefängnismauern zum Einsturz. Anschliessend seien sie in das Gefängnis eingedrungen und hätten damit begonnen, Häftlinge zu befreien. Die Angreifer verwendeten Megafone, um damit die Namen von Häftlingen auszurufen, nach denen sie suchten.

sda/AFP/AP/bru

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