Gipfel-Randnotizen: Anstand, Tränen, Herzkrise

Warum Kim vor Trump eintraf und wer zum Start des Gipfels weinte.

Auf der Bühne stehen Trump und Kim, im Hintergrund des Gipfels läuft aber auch einiges ab: Der Handshake der beiden Staatsoberhäupter in Singapur.

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Anständiger Kim kommt sieben Minuten vor älterem Trump
Kim Jong Un ist zum Gipfeltreffen mit Donald Trump in Singapur nach südkoreanischen Angaben sieben Minuten vor dem US-Präsidenten eingetroffen. Koreanische Medien interpretierten dies als eine Höflichkeitsgeste.

In Korea hat der Jüngere zweier Gesprächspartner als erster zu erscheinen, dies gebietet der Anstand. Nach der Zeitmessung von US-Reportern hat der anschliessende Handschlag zwischen Kim und Trump exakt 13 Sekunden gedauert.

Der Menueplan für die beiden Machthaber

Ex-US-Basketballstar Rodman bricht wegen Gipfel in Tränen aus
Ex-US-Basketballstar Dennis Rodman hat unter Tränen seine Freundschaft zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und dessen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump verteidigt: «Wir müssen die Türen öffnen und neu anfangen und diese Welt zu einem besseren Ort machen. Baby, das ist es», sagte Rodman in einem Live-Interview mit dem Sender CNN am Dienstag, das zeitgleich mit dem historischen Gipfel geführt wurde.

Video: Rodman im CNN-Interview

«Wir müssen die Türen öffnen und neu anfangen und diese Welt zu einem besseren Ort machen. Baby, das ist es.»

Auch Rodman hielt sich zu diesem Anlass in dem Stadtstaat in Südostasien auf. «Ich habe Morddrohungen bekommen», sagte der frühere Spitzensportler und brach in Tränen aus. «Ich konnte nicht mal nach Hause gehen... Ich musste mich 30 Tage lang verstecken», beschrieb er die Feindseligkeit, die er wegen seiner Freundschaft zu Kim erlebt habe. Für das Interview trug Rodman eine Kappe mit Trumps Wahlkampfslogan «Make America Great Again» sowie ein T-Shirt seines Kryptowährungssponsors. Der ehemalige Basketball-Champion ist mindestens fünf Mal nach Nordkorea gereist. Er bezeichnet Kim als «Freund fürs Leben». Im vergangenen Jahr hatte er Kim ein Exemplar von Trumps Bestseller «The Art of the Deal» von 1987 mitgebracht. Rodman reiste nun eigens zum Gipfel nach Singapur - ob er dort erneut mit Kim zusammentreffen würde, war aber unklar.

China verwundert über Sprichwort von Ivanka Trump
Chinesische Internetnutzer haben verwundert auf einen Tweet von Ivanka Trump reagiert. Sie zitierte ein Sprichwort, das angeblich aus China stammt. Doch dort kennt man dieses offenbar nicht.

Bevor ihr Vater am Dienstag in Singapur mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zusammenkam, twitterte die Präsidententochter: «Diejenigen, die sagen, dass nichts erreicht werden kann, sollten diejenigen, die es tun, nicht unterbrechen. -Chinesisches Sprichwort.»

Die Redewendung schien Nutzern in Chinas sozialen Netzwerken jedoch völlig unbekannt zu sein. «Sie muss das in einem Glückskeks gefunden haben», schrieb ein Nutzer des Kurznachrichtendienstes Weibo. Ein anderer Nutzer kommentierte: «Der Satz ergibt zwar Sinn, ich weiss aber trotzdem nicht, welche Redewendung sie meint.» Ein weiterer Weibo-Nutzer fühlte sich durch das offenbar falsche Zitat an seine eigene Schulzeit erinnert: «Auf die gleiche Art habe ich früher Aufsätze geschrieben.»

Trumps Wirtschaftsberater erleidet leichte Herzattacke
US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow hat eine Herzattacke erlitten. Er habe einen sehr leichten Herzinfarkt gehabt und sei wohlauf, gab das Präsidialamt am Montagabend bekannt. Die Ärzte rechneten mit einer raschen und vollständigen Genesung.

«Unser grossartiger Larry Kudlow, der so hart an der Handels- und Wirtschaftspolitik gearbeitet hat, hat gerade einen Herzinfarkt erlitten», schrieb Trump auf Twitter. Kudlow sei in Behandlung in einem Spital nahe Washington.

Kudlow löste im März 2018 seinen Vorgänger Gary Cohn ab. Der 70-jährige ehemalige TV-Kommentator war bereits unter Präsident Ronald Reagan als Wirtschaftsberater tätig. Er war ein früher Unterstützer Trumps.

Kudlow gilt als eine der Schlüsselfiguren in der umstrittenen Handelspolitik des Weissen Hauses. Er war an der Politik Trumps auf dem G7-Gipfel in Kanada beteiligt, die zum Eklat führte und die Partner der USA verprellte. Kudlow hatte Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau Verrat vorgeworfen und nahegelegt, dieser wolle Trump vor dem Treffen mit Kim politisch schwächen. Diese Äusserungen kämen einem «Messerstich in den Rücken» gleich, sagte Kudlow. (cpm/sda/afp/dpad)

Erstellt: 12.06.2018, 05:53 Uhr

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