Zum Hauptinhalt springen

Gutes Mädchen

Die Frauenverbände der Tamil Tigers in Sri Lanka waren legendär – und gefürchtet. Sie töteten den Feind perfekt. Aber wie man im Frieden lebt, wissen die Kämpferinnen nicht.

«Im Kampf gab es keine Unterschiede, Frauen konnten sich beweisen»: Weibliche Kämpfer der Tamil Tigers, 2007. Foto: Anuruddha Lokuhapuarachchi (Reuters)
«Im Kampf gab es keine Unterschiede, Frauen konnten sich beweisen»: Weibliche Kämpfer der Tamil Tigers, 2007. Foto: Anuruddha Lokuhapuarachchi (Reuters)

Das Haar ist lang und schwarz, hätte sie es nicht zusammengebunden, würde es weit über ihre Schultern fallen. Das leichte Zucken um ihre Augen bemerkt man erst später. Gleich wird es Nacht, ihr ist das ganz recht. Im Schutz der Dunkelheit redet es sich besser. Sie ist auf der Hut. Sie hat gekämpft. Sie hat getötet. Sie war eine Tigerin. Sie bereut nichts. Sie sitzt in einem Innenhof auf der Halbinsel von Jaffna, ganz oben im Norden von Sri Lanka. Links klettern Büsche die Mauer hinauf, rechts stehen rote Plastikstühle unter einem Blechdach. Den ganzen Tag hat es geregnet, es ist die Stunde der Moskitos. Hier ist sie aufgewachsen, hier tanzte und spielte sie als Mädchen, bevor sie einen grün gestreiften Tarnanzug überzog und durch den Dschungel robbte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.