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Indischer Premier überrascht mit Stippvisite in Pakistan

Annäherung der beiden Erzfeinde: Der indische Regierungschef Narendra Modi hat am Freitag dem langjährigen Rivalen Pakistan einen Überraschungsbesuch abgestattet.

Blitzbesuch in Pakistan: pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif begrüsst seinen indischen Kollegen Narendra Modi.
Blitzbesuch in Pakistan: pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif begrüsst seinen indischen Kollegen Narendra Modi.
Keystone
Die Annährung der beiden Erzrivalen deuten Experten als mögliche Wende im Verhältnis der beiden Länder.
Die Annährung der beiden Erzrivalen deuten Experten als mögliche Wende im Verhältnis der beiden Länder.
Keystone
Auf dem Flughafen von Lahore wurden für die Ankunft Modis die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Auf dem Flughafen von Lahore wurden für die Ankunft Modis die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
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Der indische Ministerpräsident Narendra Modi ist am Freitag zu einem kurzfristig arrangierten Treffen mit seinem pakistanischen Kollegen Nawaz Sharif zusammengekommen. Die beiden trafen sich in der Residenz Sharifs in Lahore im Osten Pakistans in herzlicher und positiver Atmosphäre, wie der pakistanische Aussenminister Aizaz Ahmad Chaudhry sagte. Beobachter werteten den Besuch als Zeichen der Entspannung zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten Nuklearmächten.

Für Modi war es die erste Visite in dem muslimischen Nachbarland als indischer Regierungschef. Mit Sharif hatte er sich bereits beim Pariser Klimagipfel zu einem unangekündigten Gespräch getroffen. Auch der Stopp in Lahore erfolgte spontan:Modi habe Sharif kurz vor Mittag angerufen und den Wunsch geäussert nach Pakistan zu kommen, sagte Chaudhry. Auf dem Flughafen von Lahore wurden für die Ankunft Modis die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

«Auf einen Sprung vorbeikommen»

Der indische Regierungschef twitterte vor seinem Abflug aus der afghanischen Hauptstadt Kabul: Er freue sich auf ein Treffen mit Sharif in Lahore, «wo ich auf meinem Weg zurück nach Neu Delhi auf einen Sprung vorbeikommen werde».

Sharif feierte am Freitag seinen Geburtstag, ausserdem war das Anwesen für die Hochzeit seiner Enkelin bunt dekoriert. Dennoch empfing er Modi dort. Ein offizielles Foto zeigte die beiden entspannt beim Gespräch. Sie hätte sich beide dafür ausgesprochen, weiter für das Wohl ihrer beiden Völker zu arbeiten, sagte Aussenminister Chaudhry. Nach dem zweistündigen Treffen reiste Modi wieder weiter und Sharif kehrte zu den Hochzeitsfeierlichkeiten zurück.

Wende im ewigen Streit?

Analysten werteten den Besuch als möglichen Wendepunkt im Verhältnis der beiden Staaten.«Ich denke er wird eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Beziehungen der beiden südasiatischen Erzrivalen spielen», sagte Amanullah Memon von der Preston-Universität in Islamabad. Neben dem Treffen in Paris hatte es zuletzt auch weitere Zeichen der Annäherung gegeben: Gespräche Anfang Dezember in Bangkok sowie die Reise der indischen Aussenministerin Sushma Swaraj vor zwei Wochen nach Islamabad.

Die Opposition zeigte sich von Modis Blitzbesuch keineswegs begeistert. «Staatschefs kommen nicht einfach vorbei, um Weihnachts- oder Geburtstagswünsche abzuliefern, besonders nicht, wenn es zwischen den zwei Staaten eine solche Geschichte komplexer Themen gibt», sagte Sprecher Anand Sharma. «Es hätte ein korrekt angekündigter Staatsbesuch sein sollen.»

Separatistenführer begrüsst Treffen

Indien und Pakistan haben seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um die bis heute zwischen beiden Staaten umstrittene Himalaya-Region Kaschmir. Nach wie vor kommt es an der dortigen Demarkationslinie zu kleineren Scharmützeln. Indien wirft Pakistan vor, Aufständische auszubilden, die für eine Unabhängigkeit Kaschmirs von Indien kämpfen. In dem Konflikt kamen seit 1989 mehr als 68'000 Menschen ums Leben.

Der kaschmirische Separatistenführer Mirwaiz Umar Farooq begrüsste das Treffen Modis und Sharifs. Nun müssten konkrete Schritte zu Beendigung des Konflikts folgen. Indien und Pakistan müssten dabei die wichtigste Partei miteinbeziehen, das kaschmirische Volk, sagte er.

(SDA)

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