Irak verkündet endgültigen Sieg über den IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Kontrolle über das irakisch-syrische Grenzgebiet verloren, sagt der irakische Regierungschef.

«Ende des Krieges»: Irak verkündet Sieg gegen «Islamischen Staat». (Video: Tamedia/Storyful/AFP)

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Die irakische Regierung hat den vollständigen Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verkündet. Dreieinhalb Jahre nach der Ausrufung des «Kalifats» durch die IS-Miliz gewannen die Streitkräfte die Kontrolle über die Grenze zu Syrien vollständig vom IS zurück, wie Ministerpräsident Haider al-Abadi am Samstag in Bagdad mitteilte.

Die irakische Armee habe die IS-Miliz aus ihrem letzten Zufluchtsort im Westirak vertrieben. Er bringe die gute Nachricht, dass die Wüstenregion im Westirak komplett von den Jihadisten befreit sei und die Streitkräfte «die Grenze zu Syrien komplett kontrollieren», sagte Al-Abadi am Samstag. «Dies ist ein grosser Sieg, nicht nur für die Iraker, sondern auch für Araber, Muslime und die Welt.»

«Daher verkünde ich das Ende des Krieges gegen Daesch», sagte Al-Abadi. «Daesch» ist das arabische Kürzel für IS. «Unser Feind hat unsere Kultur auslöschen wollen», sagte al-Abadi weiter. «Wir haben ihn in kurzer Zeit besiegt.»

Iraks Armee überrannt

Die für ihre Gräueltaten berüchtigte IS-Miliz hatte 2014 ihren Siegeszug im Irak und in Syrien gestartet. Im Juni 2014 rief sie ein «Kalifat» aus, nachdem sie in einer Blitzoffensive die irakische Armee bis kurz vor Bagdad zurückgedrängt hatte. Zum Zeitpunkt ihrer grössten Machtausdehnung beherrschte die Miliz ein Gebiet von der Grösse Italiens mit rund sieben Millionen Menschen. Ein Drittel des irakischen Territoriums stand zeitweise unter ihrer Kontrolle - darunter Städte wie Mossul, Tikrit, Ramadi und Falludscha.

Nach irakischen Militärangaben vom Samstag wurden die letzten IS-Einheiten im Irak im Grenzgebiet zu Syrien von der Armee und Kämpfern des paramilitärischen Schiitenbündnisses Hasched al-Schaabi («Volksmobilisierung») besiegt. Die Armee habe nun die Grenze zu Syrien über eine Länge von 435 Kilometern im ehemaligen IS-Gebiet zwischen den Grenzübergängen al-Walid und Rabia unter Kontrolle, sagte der Chef des irakischen Oberkommandos, General Abdel Amir Jarallah.

Gefahr nicht gebannt

Die Gefahr durch den IS dürfte durch die militärischen Erfolge aber nicht gebannt sein. Experten rechnen damit, dass IS-Schläferzellen verstärkt auf Guerilla-Taktik setzen und Anschläge verüben.

Die IS-Miliz war seit 2015 militärisch in der Defensive. Mit der Rückeroberung der Stadt Tikrit hatte Iraks Armee im März 2015 einen ersten Erfolg vermelden können. Iraks Truppen wurden in ihrem Anti-IS-Kampf von US-geführten internationalen Verbänden unterstützt. Auch schiitische Milizen, die vom Nachbarland Iran trainiert werden, kämpften aktiv gegen die radikalsunnitischen IS-Dschihadisten.

Auch in Iraks Nachbarland Syrien ist die Terrormiliz auf der Verliererstrasse: Am Donnerstag verkündete das russische Verteidigungsministerium den Sieg über die IS-Miliz in Syrien. (kaf/sda)

Erstellt: 09.12.2017, 13:29 Uhr

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