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Iran baut weitere Atom-Anlage

Im Streit um sein Atomprogramm geht der Iran weiter auf Konfrontationskurs. Die dritte Anlage des Landes soll Platz haben für rund 50'000 Zentrifugen zur Anreicherung von radioaktivem Uran.

Teil des iranischen Atomprogramms: Reaktor südlich von Teheran.
Teil des iranischen Atomprogramms: Reaktor südlich von Teheran.
Reuters

Ungeachtet der jüngsten UN-Sanktionsrunde kündigte die Regierung in Teheran am Montag den Bau einer dritten Anlage zur Urananreicherung an. Die Arbeiten sollten im ersten Halbjahr 2011 beginnen, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, nach Angaben der Internetseite des Staatsfernsehens. Bislang hat der Iran eine Anreicherungsanlage in Natans in Betrieb.

Eine zweite Anlage wird derzeit innerhalb eines Berges bei Fordo südwestlich von Teheran gebaut. Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die iranische Regierung wegen des Neubaus bei Fordo rügte, verkündete Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad im vergangenen Dezember die Errichtung von insgesamt zehn neuen Urananreicherungsanlagen.

Dem Bau einer Atombombe näher

Wo die neue Anlage entstehen soll, sagte Salehi nicht. Für die geplanten Anlagen seien geeignete Standorte gefunden worden. Die dritte Anlage soll demnach ab 2011 errichtet werden und die Leistungsfähigkeit der Einrichtung in Natans erreichen. In Natans ist Platz für rund 50'000 Zentrifugen zur Anreicherung von radioaktivem Uran, nach Angaben der IAEA stehen dort bislang aber erst rund 8500 Zentrifugen.

Die Anlage produzierte demnach bislang fast 2500 Kilogramm Uran mit einem niedrigen Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent. Seit Februar lässt die iranische Führung in Natans Uran auch auf 20 Prozent anreichern - und schürt damit Befürchtungen der internationalen Gemeinschaft, dem Bau einer Atombombe näher zu kommen.

Die iranische Führung hatte mehrfach angedeutet, Atomanlagen künftig nur noch an Orten zu bauen, die vor möglichen Luftangriffen der USA oder Israels sicher sind. Ende kommender Woche will der Iran sein erstes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen. Am 21. August soll der mit russischer Hilfe gebaute Reaktor in Buschehr erstmals mit Brennstäben bestückt werden, hatte Teheran am Sonntag mitgeteilt.

Einigung gescheitert

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und sagt, sie benötige das angereicherte Uran unter anderem für einen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran.

In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft, nachdem eine Einigung auf eine Anreicherung iranischen Urans im Ausland gescheitert war. Die USA, die EU, Australien und Kanada beschlossen zusätzliche Sanktionen.

Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Führung sagte am Montag, die vor allem gegen den Energiesektor gerichteten Sanktionen der USA und der EU verfehlten ihr Ziel. Derzeit gebe es kein Problem bei der Treibstoffversorgung im Iran, erklärte der iranische Vertreter bei der Erdölorganisation OPEC, Mohammad Ali Chatabi, einem Bericht der Nachrichtenagentur Mehr zufolge.

AFP/sam

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