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Iran stoppt Uran-Anreicherung

Die Umsetzung des Atomabkommens hat begonnen: Unter der Aufsicht von Atominspektoren ist die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent gestoppt worden. Die EU könnte noch heute erste Sanktionen lockern.

Bereits angereichertes Uran soll umgewandelt werden: Atomkraftwerk von Busher.
Bereits angereichertes Uran soll umgewandelt werden: Atomkraftwerk von Busher.
Majid Asgaripour, Keystone

Der Iran hat vor den Augen internationaler Atom-Inspektoren die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent ausgesetzt. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien laut Diplomaten. Nach offizieller Bestätigung der vereinbarten Schritte wollen die EU-Aussenminister in Brüssel noch heute erste Sanktionen gegen die Islamische Republik lockern.

Der Generaldirektor der iranischen Atomenergieorganisation, Mohammed Amiri, bestätigte der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur ebenfalls, dass die Anreicherung an den Standorten Natans und Fordo gestoppt worden sei.

Voraussetzung für Aufhebung von Sanktionen

Die Erfüllung der Auflagen ist Voraussetzung für eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran. Die aktuellen Inspektionen sind Teil der Übergangsvereinbarung vom 24. November in Genf zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland.

Die IAEA-Inspektoren müssen bestätigen, dass der Iran laut Genfer Abkommen die Uran-Anreicherung auf 20 Prozent eingestellt hat und das bereits auf 20 Prozent angereicherte Uran stufenweise in Brennstäbe umwandelt oder auf 5 Prozent verdünnt. Ausserdem sollen keine neuen Zentrifugen installiert und weitere Arbeiten am Schwerwasserreaktor in Arak gestoppt werden.

Wer bekommt was?

Im Folgenden ein Überblick über das, was der Iran befolgen muss und welche Gegenleistung er dafür von den fünf Vetomächten USA, Russland, China, Grossbritannien, Frankreich sowie Deutschland und der Europäischen Union erwarten kann.

Die Auflagen für Teheran:

  • Die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran einzustellen und die Zentrifugen, die dafür nötig sind, funktionsunfähig zu machen
  • Die Vorräte an auf 20 Prozent angereichertem Uran zu vernichten
  • Auf das Anreichern von Uran in knapp der Hälfte der installierten Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage in Natans sowie in drei Viertel der installierten Zentrifugen am Standort Fordo zu verzichten
  • Den Bau von Zentrifugen auf Ersatzteile für beschädigte Maschinen zu beschränken
  • Abstand zu nehmen vom Bau zusätzlicher Kapazitäten für das Anreichern von Uran
  • Auf weiterführende Studien oder Forschung zum Anreichern von Uran zu verzichten
  • Auf das Bestellen oder Anbringen neuer Komponenten am Schwerwasserreaktor Arak zu verzichten und die Produktion sowie das Testen zusätzlicher Brennstoffe für den Reaktor einzustellen
  • Auf den Bau von Kapazitäten zu verzichten, die dem Iran erlauben, bei der Wiederaufbereitung Plutonium zu gewinnen, das für den Bau einer Atombombe genutzt werden könnte.

Die Kompensation für Teheran:

  • Die Sanktionen gegen Öl-Exporte des Landes sowie gegen Importe von Gütern für die Autoindustrie werden ausgesetzt
  • Die Sanktionen gegen Ein- und Ausfuhr von Gold und anderen Edelmetallen werden ausgesetzt
  • Die sechs Länder, die an dem Abkommen mit dem Iran beteiligt sind, legen ihre Bemühungen auf Eis, die Rohölverkäufe des Iran weiter einzudämmen
  • Massnahmen, um dem Iran den Zugang zu 4,2 Milliarden Dollar (etwa drei Milliarden Euro) an eingefrorenen Öleinnahmen zu erleichtern
  • Der Höchstbetrag von Geldtransfers in und aus dem Iran wird um das Zehnfache erhöht
  • Eingefrorene iranische Gelder werden freigesetzt, um die Bildungskosten für junge Iraner zu bezahlen, von denen viele US-Colleges oder Universitäten besuchen.

sda/AFP/AP/mw

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