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Zwei Organisationen bestätigen Chemieattacke des IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat geht offenbar mit Chemiewaffen gegen kurdische Kämpfer vor. Dies haben zwei britische Organisationen herausgefunden.

Rauch im Norden von Bagdad: Die Terrormiliz IS kämpft im Irak und in Syrien um ein Kalifat. (24. November 2015)
Rauch im Norden von Bagdad: Die Terrormiliz IS kämpft im Irak und in Syrien um ein Kalifat. (24. November 2015)
Keystone

Allein im Juni habe die Terrororganisation Islamischer Staat in drei Fällen Chemiewaffen eingesetzt, berichtet der Sender CNN. Der IS experimentiert dabei mit verschiedenen Chemikalien, wie die beiden britischen Organisationen Conflict Armament Research (CAR) und Sahan Research nachgewiesen haben. Es handelt sich demnach um die erste dokumentierte Verwendung chemischer Mittel durch den IS gegen kurdische Kämpfer und Zivilisten.

Am 28. Juni waren nach Angaben der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) Raketen in der syrischen Stadt Hassaka und südlich von Tel Brak eingeschlagen. Aus den Projektilen sei gelbes Gas ausgetreten, welches stark nach verfaulten Zwiebeln gerochen habe.

Erbrechen und schwere Kopfschmerzen

Das Gift habe bei den betroffenen kurdischen Kämpfern unter anderem Erbrechen, schwere Kopfschmerzen und ein Brennen in Augen, Nase und Hals ausgelöst. Am Gift war niemand gestorben. Doch auch Tage nach dem Vorfall löste der starke Geruch der Geschosse Schmerzen in Hals und Nase aus.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigt die Angriffe. Die verletzten Kämpfer bei Tel Brak wurden im Spital positiv auf eine Chemikalie getestet, die auch in Insektenvernichtungsmitteln vorkommt.

Chlorgas in einer Mörsergranate

Einen weiteren Vorfall gab es am 21. oder 22. Juni in Mossul im Nordirak. Eine Mörsergranate, die auf eine Stellung kurdischer Kämpfer abgefeuert wurde, enthielt offenbar Chlorgas, wie die Zeitung «New York Times» berichtete. Die Granate explodierte nicht, wurde durch den Aufprall aber beschädigt.

Auch hier litten die Betroffenen nach dem Angriff an starken Kopfschmerzen und Übelkeit, wie die britischen Organisationen CAR und Sahan Research nach einem Besuch am Einschlagsort mitteilten. CAR-Chef James Bevan sagte gegenüber dem Sender CNN: «Wir halten es für einen Testlauf, bei dem improvisierte Munition mit Chemikalien gefüllt wird, zu denen der IS Zugang hat.» Er zeigt sich von der Entwicklung beunruhigt: «Wenn sie das als militärisch effektiv einstufen, dann haben wir den Verdacht, dass sie die Chemiewaffen immer wieder einsetzen werden.

Im syrischen Bürgerkrieg kamen bereits mehrfach Chemiewaffen zum Einsatz. Nahe der Hauptstadt Damaskus kamen im August 2013 bis zu 1400 Menschen bei einem Giftgasangriff ums Leben.

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