Zum Hauptinhalt springen

Islamistischer Sturm aufs Ferienparadies

Islamisten vermuten einen Hort der Prostitution: Nach Massenprotesten gegen «antiislamische Aktivitäten» müssen hunderte Luxushotels auf den Malediven künftig ihre Wellness-Bereiche schliessen.

Isalmisten stören die Idylle mit dem Vorwurf «antiislamischer Aktivitäten»: Hunderte Luxushotels, wie dieses auf der Insel Boduhithi, müssen ihre Wellness-Center schliessen. (Archivbild von 2007)
Isalmisten stören die Idylle mit dem Vorwurf «antiislamischer Aktivitäten»: Hunderte Luxushotels, wie dieses auf der Insel Boduhithi, müssen ihre Wellness-Center schliessen. (Archivbild von 2007)
AFP
Grund sind Massenproteste einer einflussreichen islamistischen Partei, der Adhaalat oder Gerechtigkeitspartei: Demonstranten in der Hauptstadt Male. (23. Dezember 2011)
Grund sind Massenproteste einer einflussreichen islamistischen Partei, der Adhaalat oder Gerechtigkeitspartei: Demonstranten in der Hauptstadt Male. (23. Dezember 2011)
Keystone
In diesem Jahr haben laut offiziellen Angaben rund 850'000 Touristen die Malediven besucht: Ferienreisende an einem Strand auf der Insel Kurumathi. (Archivbild von 2007)
In diesem Jahr haben laut offiziellen Angaben rund 850'000 Touristen die Malediven besucht: Ferienreisende an einem Strand auf der Insel Kurumathi. (Archivbild von 2007)
AFP
1 / 6

Dieser Entscheid dürfte hohe Wellen werfen. Zur Prostitutionsbekämpfung hat die Regierung der Malediven die Schliessung der Wellnessbereiche in den Hotels des Inselstaats im Indischen Ozean angeordnet. Der Erlass des Tourismusministeriums gelte auch für Kosmetik- und Massagesalons in allen Beherbergungsbetrieben der Malediven, sagte ein Regierungsvertreter heute.

Die Regierung reagierte mit der Entscheidung auf Proteste einer einflussreichen Islamistenpartei, die in den Wellnessanlagen Horte der Prostitution vermutet. In der vergangenen Woche hatten tausende Inselbewohner von der Regierung gefordert, «antiislamische Aktivitäten» einzustellen. Neben anderen Gruppen warf die oppositionelle Gerechtigkeitspartei Präsident Mohammed Nasheed vor, die Prinzipien des Islams zu untergraben.

Die Demonstranten forderten auch ein Verkaufsverbot von Alkohol sowie die Schliessung von Bordellen, die verdeckt als Massagesalons betrieben würden. Ein Dorn im Auge sind ihnen auch Statuen, die Nachbarländer den Malediven zuletzt auf einem Gipfeltreffen zum Geschenk gemacht hatten.

Lebensnerv Tourismus

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen auf den aus 1192 Inseln und Inselchen bestehenden Malediven. Das Land ist vor allem ein Ziel von Luxus- und Hochzeitsreisen. Im zu Ende gehenden Jahr wurden nach offiziellen Angaben rund 850'000 Touristen gezählt.

Der sunnitische Islam ist auf den Malediven Staatsreligion. Die Ausübung anderer Religionen ist verboten. Noch vor wenigen Tagen hatte Staatschef Mohammed Nasheed allerdings bei seinen rund 330'000 Landsleuten für eine tolerante Religionsauslegung geworben.

(AFP, dapd)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch