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«Japan will der Welt zeigen, dass man Fukushima im Griff hat»

Die Hiobsbotschaften aus Fukushima häuften sich zuletzt. Nun greift Japans Regierungschef ein. TA-Korrespondent Christoph Neidhart über Tokios Olympiapläne und weitere Gründe für den plötzlichen Aktionismus.

Tickende Zeitbombe? Mitglieder der Atomaufsicht begutachten Tanks, in denen das verstrahlte Kühlwasser von Fukushima gelagert wird.
Tickende Zeitbombe? Mitglieder der Atomaufsicht begutachten Tanks, in denen das verstrahlte Kühlwasser von Fukushima gelagert wird.
Keystone
Geschätzte 800'000 Liter verstrahltes Wasser sollen hier einst gelagert werden: Tanks auf dem Gelände des havarierten AKW in Fukshima.
Geschätzte 800'000 Liter verstrahltes Wasser sollen hier einst gelagert werden: Tanks auf dem Gelände des havarierten AKW in Fukshima.
Keystone
In Sendai (Präfektur Miyagi) erinnert eine Gedenkstätte mit Namen an die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis bei Fukushima am 11. März 2011. Fast 16'000 Menschen starben, mehr als 2700 Menschen gelten bis heute als vermisst. Und noch immer leben über 300'000 Menschen fern ihrer Heimat.
In Sendai (Präfektur Miyagi) erinnert eine Gedenkstätte mit Namen an die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis bei Fukushima am 11. März 2011. Fast 16'000 Menschen starben, mehr als 2700 Menschen gelten bis heute als vermisst. Und noch immer leben über 300'000 Menschen fern ihrer Heimat.
Kiminasa Mayama, Keystone
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Herr Neidhart, seit Monaten gibt es aus Fukushima immer wieder Berichte von leckenden Tanks. Nun kündigt die Regierung Abe Unterstützungsgelder für die Ruine an. Woher kommt der plötzliche Aktionismus?

Erstens denke ich, dass die japanische Regierung erschrocken ist: Lange wusste man nicht, wie viel verseuchtes Wasser tatsächlich in den Pazifik floss. Die Kontrollen von Tepco sind ungenügend: Das Unternehmen hat keine Messinstrumente, mit denen es kontrollieren könnte, was in diesen Tanks genau passiert. Wenn 100 Tonnen Wasser aus einem 1000-Tonnen-Tank ausliefen, merkten sie das vielleicht gar nicht. Zweitens will die Regierung andere AKW hochfahren, weshalb sie empfindlich auf solche Meldungen reagiert.

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