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Kampf gegen Aids rüttelt an religiösen Tabus

In Indonesien, dem grössten muslimischen Land der Welt, ist Sexualkunde verboten. Homosexuelle und Prostituierte werden geächtet. Dennoch ist es mithilfe des Global Fund in Genf gelungen, Aids einzudämmen.

In der Hölle des Vergnügens: Die Sexarbeiterin Riski (rechts) und eine Kollegin gehen anschaffen, um sich als alleinerziehende Mütter durchzubringen.
In der Hölle des Vergnügens: Die Sexarbeiterin Riski (rechts) und eine Kollegin gehen anschaffen, um sich als alleinerziehende Mütter durchzubringen.
Kemal Jufri (The Global Fund)

«In jedem Hafen der Welt gibt es Prostitution. Wissen Sie, wie viele Häfen Indonesien mit seinen 17'000 grossen und kleinen Inseln hat?», fragt Nafsiah Mboi und rollt vielsagend ihre Augen. «Das riesige Land und die sehr junge, mobile Bevölkerung sind unsere grössten Herausforderungen», sagt die Geschäftsführerin der nationalen Aids-Kommission in ihrem kleinen Büro im 9. Stock eines Hochhauses im Zentrum Jakartas. Die 72-jährige Kinderärztin, ehemalige Kaderfrau der Weltgesundheitsorganisation, leitet seit 2006 diese Kommission und sollte wenige Tage nach diesem Gespräch zur indonesischen Gesundheitsministerin ernannt werden.

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