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Kasachstan fordert eine Umleitung der sibirischen Flüsse

Um die Wasserversorgung sicherzustellen, fordert der kasachische Präsident eine Umleitung der russischen Flüsse nach Zentralasien. Bereits einmal hat ein ähnliches Projekt in die Katastrophe geführt.

jak
Alte Ideen neu aufgefrischt: Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew.
Alte Ideen neu aufgefrischt: Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew.
Keystone

Im Kampf um die Wasserversorgung Zentralasiens ist dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew eine sowjetische Idee wieder in den Sinn gekommen: «Wir sollten uns an den Plan erinnern, den Lauf der sibirischen Flüsse in den Süden Russlands und nach Kasachstan umzuleiten», sagte er anlässlich eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Ust-Kamenogorsk im Nordosten Kasachstans. «Es geht hier um ein wichtiges Problem, die Wasserversorgung Zentralasiens», fügte der Kasache hinzu.

Medwedew beklagte seinerseits den schlechten Zustand der noch aus Sowjetzeiten stammenden Bewässerungssysteme. «Die müssten wieder aufgebaut werden. Wir sind bereit, über verschiedene Vorschläge zu diskutieren, auch solche, die lange geruht haben», sagte Medwedew den russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

«Eine ökologische Katastrophe ist unvermeidlich»

Russische Umweltschützer reagierten umgehend auf Nasarbajews Vorschlag und warnten vor einer «ökologischen Katastrophe». «Eine ökologische Katastrophe in Zentralasien ist wegen des Klimawandels leider fast unvermeidlich», sagte der Chef der russischen Vertretung der Umweltschutzorganisation WWF, Igor Tschestin. «Aber sie darf nicht auf das russische Territorium verlagert werden.»

Russische Wissenschaftler arbeiteten seit den Dreissigerjahren an Plänen, die riesigen Ströme Sibiriens wie die Lena, den Ob und den Jenissej umzuleiten, so dass sie nicht mehr im Norden ins Nordpolarmeer münden, sondern die bevölkerten Gebiete Zentralasiens bewässern. Diese Pläne wurde vom letzten sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow endgültig verworfen. Dennoch haben sie weiter prominente Anhänger, darunter der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow.

Die Austrocknung des Aralsees

In den sechziger Jahren hatten die Sowjets die Flüsse Amu-Darja in Usbekistan und Syr-Darja in Kasachstan umgeleitet, um in den trockenen Steppen den Baumwollanbau zu fördern. Sie führten dadurch die weitgehende Austrocknung des Aralsees herbei.

(AFP)

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