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Kim Jong-il auf Staatsbesuch in China

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il besucht den chinesischen Präsidenten Hu Jintao – und gibt ein Versprechen ab.

Nordkorea will offenbar wieder über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln. Bei seiner ersten Auslandsreise seit mehr als vier Jahren versprach der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Dies berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag. Kims Besuch in China fand unter strenger Geheimhaltung statt. Die beiden Politiker trafen sich am Mittwochabend zu einem Abendessen in der Grossen Halle des Volkes in Peking, wie Yonhap unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete.

Wirtschaftshilfen für Nordkorea

Details über den Inhalt der rund vierstündigen Gespräche wurden nicht bekannt. Neben dem Atomprogramm dürfte es bei dem Treffen um Wirtschaftshilfen für das verarmte Nordkorea gegangen sein.

Bevor Kim am Donnerstag aus Peking abreiste, standen laut Yonhap noch Treffen mit Regierungschef Wen Jiabao und Vize-Präsident Xi Jinping auf dem Programm. Kim war am Montag in China eingetroffen, eine offizielle Bestätigung Pekings gab es bislang jedoch nicht.

Aussenamtssprecherin Jiang Yu sagte lediglich, dass sich China weiterhin «unermüdlich» um eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien- Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm bemühen werde.

Seit einem Jahr auf Eis

Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche über das Atomprogramm Pyongyangs, an denen neben Nordkorea und China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnehmen, liegen seit April 2009 auf Eis. Damals war Nordkorea nach einem zweiten Atombombentest aus den Verhandlungen ausgestiegen.

Peking versucht seitdem, das Land wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen. Im Oktober hatte Pyongyang erstmals seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Gespräche signalisiert, im Gegenzug forderte es allerdings direkte Verhandlungen mit den USA.

Südkorea will Zwischenfall klären

Südkorea gab den Hoffnungen auf eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen noch am Donnerstag einen Dämpfer. Es werde erst wieder Gespräche geben, wenn der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs an der umstrittenen Seegrenze zu Nordkorea geklärt sei, sagte Präsidentensprecher Park Sun Kyoo in Seoul.

Die «Cheonan» war Ende März nach einer Explosion auseinandergebrochen und gesunken, 46 Menschen kamen ums Leben. An Wrackteilen wurden Sprengstoffspuren und Reste eines Torpedos entdeckt, wie die südkoreanische Zeitung «Dong A Ilbo» unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hatte bereits zuvor angedeutet, dass Nordkorea hinter dem Unglück stecken könnte. Pyongyang wies jede Verwicklung in den Vorfall von sich.

SDA/oku

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