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«Kim Jong-un ist noch schlimmer als sein Vater Kim Jong-il»

Lee Young-guk war Leibwächter von Kim Jong-il. Er verehrte den Diktator als gottgleiche Gestalt – bis er seine hungernden Eltern sah.

Kim Jong-il (rechts), Ende 2011 verstorben, und sein Sohn und designierter Nachfolger Kim Jong-un bei einer Militärparade zu Ehren der Arbeiterpartei Nordkoreas. (10. Oktober 2010)
Kim Jong-il (rechts), Ende 2011 verstorben, und sein Sohn und designierter Nachfolger Kim Jong-un bei einer Militärparade zu Ehren der Arbeiterpartei Nordkoreas. (10. Oktober 2010)
Keystone
Der 33-jährige Kim Jong-un liebt die grossen Posen, wie etwa diese Selbstinszenierung auf dem höchsten Berg Nordkoreas, den 2750 Meter hohen Mount Paektu. (18. April 2015)
Der 33-jährige Kim Jong-un liebt die grossen Posen, wie etwa diese Selbstinszenierung auf dem höchsten Berg Nordkoreas, den 2750 Meter hohen Mount Paektu. (18. April 2015)
Keystone
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Keystone
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Sie waren Leibwächter des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il, danach Häftling im berühmt-berüchtigten Lager Yodok, heute sind Sie Menschenrechtsaktivist. Wie schwierig ist es für Sie, über Ihre Gulag-Erfahrungen zu sprechen? Das macht mich traurig und depressiv. Obwohl seit meiner Gefangenschaft im Yodok-Lager fast zwanzig Jahre vergangen sind, habe ich immer noch Albträume. Ich schlafe oft sehr schlecht, etwa drei, vier Stunden pro Nacht. Es kommt vor, dass ich im Schlaf spreche. Ich denke oft über die Folterer nach, die noch leben und nicht wissen, was sie angerichtet haben. Die schreckliche Zeit im Yodok-Lager wird mich bis zum Ende meines Leben belasten. Mir gehts nicht gut. Ich mag die Welt nicht. Es gibt wenig Schönes in meinem Leben. Aber es ist meine Pflicht, über meine Erfahrungen zu berichten. Die Welt muss wissen, welch ein Unrechtsregime in Nordkorea herrscht.

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