«Kim will mich nicht enttäuschen»

Nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests lässt US-Präsident Trump dem Machthaber Kim Jong-un verbale Schmeicheleien zukommen.

Nach den Tests liess Donald Trump einen dreiteiligen Tweet vom Stapel. (Archivbild)

Nach den Tests liess Donald Trump einen dreiteiligen Tweet vom Stapel. (Archivbild) Bild: Jung Yeon-Je/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nordkorea hat am Freitag nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste aus abgefeuert. Dies sei bereits der dritte Raketentest innerhalb weniger Tage gewesen, verlautete aus dem südkoreanischen Generalstab in Seoul.

Südkoreas Regierung berief umgehend eine Krisensitzung ein, das Vereinigungsministerium in Seoul äusserte in einer Stellungnahme «starkes Bedauern» über den neuen Raketentest.

US-Präsident Donald Trump sieht in den jüngsten Raketentests keinen Verstoss gegen seine Vereinbarung mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Bei dem Treffen mit Kim in Singapur im Juni 2018 seien Kurzstreckenraketen nicht besprochen worden, twitterte Trump am Freitag.

Womöglich würden die Tests zwar gegen Uno-Resolutionen verstossen. «Aber der Vorsitzende Kim will mich nicht mit einem Vertrauensbruch enttäuschen, Nordkorea hat viel zu viel zu gewinnen – das Potenzial als Land unter Kim Jong Uns Führung ist unbegrenzt.»

Trumps Anbiederungen

Weiter schmeichelte Trump dem nordkoreanischen Machthaber: «Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass der Vorsitzende Kim eine grossartige und schöne Vision für sein Land hat und nur die Vereinigten Staaten, mit mir als Präsident, können diese Vision Wirklichkeit werden lassen. Er wird das Richtige tun, weil er viel zu schlau ist, es nicht zu tun, und er will seinen Freund, Präsident Trump, nicht enttäuschen.»

Im Juni 2018 hatten sich Trump und Kim erstmals in Singapur getroffen. Dort hatten sie vereinbart, auf die vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Im Februar war ein Folge-Gipfeltreffen im vietnamesischen Hanoi allerdings ergebnislos zu Ende gegangen. Ende Juni hatte Trump dann als erster Präsident der USA im Amt nordkoreanischen Boden betreten. Im geteilten Grenzort Panmunjom auf südkoreanischer Seite traf er zudem Kim zu einem mehr als 50 Minuten dauernden Gespräch. In die nach einem gescheiterten Gipfel in Vietnam festgefahrenen Gespräche war damit wieder neuer Schwung gekommen.

Bereits vorher Tests

In der vergangenen Woche hatte Nordkorea bereits Raketen abgefeuert und dies als Reaktion auf für August geplante, gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA dargestellt. Zwei weitere Raketen am Mittwoch wurden von Pyongyang als Test eines neuen Raketenstartsystems präsentiert, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen soll. Trump hatte die Tests bereits am Donnerstag heruntergespielt. Nordkorea-Experte Go Myong-hyun von der Seouler Denkfabrik Asan Institute wertet Trumps Reaktion als taktischen Fehler, weil es dem Regime im Pyongyang de facto einen «Freibrief» für weitere Tests von Kurzstreckenraketen gebe. «Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert. Nordkorea wird weiter eskalieren, solange die USA bei den Denuklearisierungsverhandlungen nicht ihre Position verändern.» (roy/SDA)

Erstellt: 02.08.2019, 18:55 Uhr

Artikel zum Thema

Béglé zurück aus Nordkorea: Ärger in der CVP ist gross

Der Waadtländer Nationalrat Claude Béglé provoziert weiter mit Aussagen über Nordkorea. Auf der Kandidatenliste bleibt er trotzdem. Ihm droht aber Ungemach. Mehr...

Nordkorea soll «unbekannte Projektile» abgefeuert haben

Das kommunistische Land hat offenbar erneut einen Waffentest durchgeführt. Mehr...

Nordkorea feuert zwei Kurzstreckenraketen ab

Trotz des letzten Treffens mit US-Präsident Donald Trump im Juni setzt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un seine Waffentests fort. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Sea Happy – abtauchen und Marken sammeln

Füllen Sie beim täglichen Einkauf Ihre Sea Happy Sammelkarte und freuen Sie sich über Geschenke mit Unterwasser-Flair.

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Eine fast aussterbende Tradition: Tänzer führen den Thengul-Tanz während der 74. Indonesischen Unabhängigkeitsfeier im Präsidentenpalast in Jakarta, Indonesien vor. (17. August 2019)
(Bild: Antara Foto/Wahyu Putro) Mehr...