Zum Hauptinhalt springen

«Lieber hätte ich die Freilassung meines Mannes»

Die Ehefrau des Friedensnobelpreisträgers setzt sich öffentlich für die Freilassung ihres Ehemannes ein. Ihr Leben in Peking ist zu einem Spiessrutenlauf geworden.

Zeigt viel Engagement: Liu Xia in einer Aufnahme von Ende September.
Zeigt viel Engagement: Liu Xia in einer Aufnahme von Ende September.
Keystone

«Viel lieber als den Friedensnobelpreis hätte ich die Freilassung meines Mannes», erklärte Liu Xia, die Ehefrau von Liu Xiaobo, in einem Interview mit der «Asahi Shimbun». Das Gespräch fand zwei Tage vor der Verleihung in einem Café in Peking statt. Die 49-Jährige setzt sich heute öffentlich für die Freilassung ihres inhaftierten Ehemannes ein. Liu Xiaobo sitzt im Gefängnis in Jinzhou, in der Provinz Liaoning, eine 11-jährige Haftstrafe ab. Seine Beteiligung an der «Charta08», einem Manifest für die politische Modernisierung Chinas, wurde dem Friedensnobelpreisträger zum Verhängnis.

Liu Xia darf ihren Ehemann einmal im Monat während einer Stunde besuchen. Zwei Polizisten sind beim Gespräch der beiden stets anwesend. Die Konversation wird auf Tonband aufgenommen. Politische oder soziale Themen sind während der Diskussion nicht erlaubt. Zuletzt hatte sich das Ehepaar am 7. September gesehen. Ihr Mann sei dünner geworden, es gehe ihm aber verhältnismässig gut, weil er seit kurzem eine Stunde täglich joggen darf. «Er ist eine Person mit einem starken Willen», sagt Liu Xia der «Asahi Shimbun».

«Die Behörden haben Angst»

Sie selbst steht unter ständiger Beobachtung. Polizisten stehen 24 Stunden vor ihrem Haus, Telefonanrufe und E-Mails werden von den Behörden streng kontrolliert. Streift sie eine kontroverse Diskussion, wird sie zum Verhör zitiert. Seit Liu Xiaobo in den Kreis der Kronfavoriten für den Friedensnobelpreis gekommen ist, haben die chinesischen Behörden die Vorsichtsmassnahmen gegen ihn und seine Frau weiter erhöht. Liu Xia kritisiert die Massnahmen gegen sie und ihren Mann heftig: «Die Behörden haben Angst davor, dass mein Mann einen Schreibstift in die Hand nimmt, weil sie ihre persönlichen Interessen in Gefahr sehen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch