Malaysia wählt ältesten Regierungschef der Welt

Ein 92-Jähriger lenkt künftig die Geschicke Malaysias: Mit Mahathir Mohamad kommt es zu einem Machtwechsel – zum ersten mal seit 1957.

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In Malaysia gewinnt zur allgemeinen Überraschung erstmals seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien die Opposition eine Wahl. Ex-Premier Matahir Mohama feiert ein grosses Comeback. Mit 92 Jahren ist er nun ältester Regierungschef der Welt.

Die bislang stets regierende Partei von Premierminister Najib Razak verlor die Parlamentswahl klar. Als Nachfolger wurde noch am Donnerstag Mahathir vereidigt, der dieses Mal als Spitzenkandidat für die Opposition angetreten war. Dafür kehrte er aus dem Ruhestand in die Politik zurück.

Mahathir versprach, sich für eine nationale Aussöhnung einzusetzen. «Wir wollen keine Rache. Wir wollen Recht und Ordnung wieder herstellen.» Der 92-Jährige hatte das südostasiatische Land mit heute 31 Millionen Einwohnern schon einmal regiert, für mehr als zwei Jahrzehnte.

Er brachte Malaysia wirtschaftlich voran, regierte jedoch mit harter Hand. Vor 15 Jahren trat er ab und ging in den Ruhestand – bis sich sein Ex-Zögling Najib immer tiefer in eine Korruptionsaffäre verstrickte.

Klare Mehrheit

Im Unterschied zu früher kandidierte Mahathir dieses Mal nicht mehr für die Regierungspartei Unmo, sondern für die Opposition. Trotz Behinderungen – beispielsweise durfte sein Porträt vielerorts nicht plakatiert werden – kam das Oppositionsbündnis Pakatan Harapan (Pakt der Hoffnung) nach den amtlichen Zahlen bei der Wahl am Mittwoch auf mindestens 115 Sitze. Im Parlament mit seinen insgesamt 222 Sitzen bedeutet das eine klare Mehrheit. Die Regierungs-Allianz Barisan National (Nationale Front) holte nur 79 Mandate.

Auf den Strassen der Hauptstadt Kuala Lumpur wurde der Sieg der Opposition bis tief in die Nacht gefeiert. Trotz der Korruptionsvorwürfe hatte der bisherige Premierminister als klarer Favorit gegolten.

Milliarden veruntreut

Der 64-Jährige soll aus einem Staatsfonds mehr als 3,7 Milliarden Euro zweckentfremdet haben. Mehr als eine halbe Milliarde landeten demnach auf einem Konto, das ihm selbst gehört. Najob wies immer wieder alle Vorwürfe zurück.

Seine Niederlage gestand er erst nach vielen Stunden ein. «Ich akzeptiere den Willen des Volkes», sagte er dann jedoch. Zu den interessanten Fragen gehört nun, ob er mit juristischen Konsequenzen rechnen muss.

Mathathir sagte, das Land befinde sich derzeit in einem «ziemlichen Durcheinander». «Wir müssen dieses Durcheinander beseitigen.» Malaysia wurde 1957 von Grossbritannien in die Unabhängigkeit entlassen. Der Islam ist dort Staatsreligion. (sep/sda)

Erstellt: 10.05.2018, 09:01 Uhr

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