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Mob attackiert Muslime in Burma

Buddhisten setzten eine Moschee und ein muslimisches Waisenhaus in Brand. «Wir wissen nicht, wie wir die Nacht durchstehen sollen», berichtet ein Anwohner.

Aufgebrachte Buddhisten patroullieren auf Motorrädern durch Laschio. (29. Mai 2013)
Aufgebrachte Buddhisten patroullieren auf Motorrädern durch Laschio. (29. Mai 2013)
Keystone

Burmas muslimische Bevölkerungsminderheit ist erneut zur Zielscheibe von Gewaltakten aufgebrachter Buddhisten geworden. Die Regierung des südostasiatischen Landes verurteilte die Krawalle, die «keinen Platz in unserer demokratischen Gesellschaft haben».

Zuvor waren nach Angaben aus Regierungskreisen eine Moschee und ein muslimisches Waisenhaus der östlich gelegenen Ortschaft Laschio in Brand gesetzt worden. Auch einige von dem Waisenhaus betriebene Geschäfte sowie benachbarte Gebäude wurden zerstört.

Auslöser für die religiös motivierten Ausschreitungen, bei denen offenbar niemand verletzt wurde, war nach Polizeiangaben der Überfall eines muslimischen Mannes auf eine junge Buddhistin: Staatlichen Medienberichten zufolge erlitt die 24-Jährige dabei nicht lebensbedrohliche Verbrennungen an Brust, Rücken und Händen. Nach dem Vorfall hätten dutzende buddhistische Mönche vor einer Polizeiwache protestiert, der 48 Jahre alte Täter sei festgenommen worden.

Furcht vor Gewalt

Nachdem eine Ausgangssperre in Laschio verhängt worden war, erklärte die Regierung, die Situation sei inzwischen «unter Kontrolle». Auf den Strassen herrschte jedoch weiterhin eine angespannte Lage, wie ein muslimischer Anwohner telefonisch berichtete: «Wir sind sehr besorgt über das, was in den nächsten Tagen passieren könnte», sagte er. «Fast alle Muslime suchen nach einem sicheren Ort, wo sie bleiben können. Wir wissen nicht, wie wir die Nacht durchstehen sollen.»

Menschenrechtsgruppen beklagen immer wieder religiös motivierte Gewalt gegen Muslime im buddhistisch geprägten Burma und werfen den Sicherheitskräften vor, die Angriffe nicht zu verhindern oder sogar zu unterstützen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden seit Juni 2012 mindestens 211 Menschen bei Unruhen getötet, die meisten davon Rohingya-Muslime. Zehntausende Angehörige der Volksgruppe seien durch «ethnischen Säuberungen» vertrieben worden. Burmas Bevölkerung ist zu 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime.

SDA/chk/kle

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