Zum Hauptinhalt springen

Neue Schäden am AKW Fukushima

Ausgetretenes Öl und eine kleinere Explosion setzen die Pannenserie beim Atomkraftwerk Fukushima fort. Angesichts der Regenzeit bereitet auch der steigende Pegel von verseuchtem Wasser Sorgen.

Arbeiter entdeckten im Meer in der Nähe der abgeschalteten Fukushima-Reaktoren 5 und 6 ausgetretenes Öl. Der Ölteppich wurde mit Barrieren eingedämmt, wie der Sprecher der Betreiberfirma Tepco, Taichi Okazaki, sagte.

Die Explosion, die Arbeiter am Reaktor 4 hörten, habe sich vermutlich an einem Gasbehälter ereignet. Nach der Ursache werde gesucht. Neue Strahlungslecks seien aber nicht entstanden.

Die Hauptprobleme im Atomkraftwerk Daichi betreffen die Reaktoren 1, 2 und 3. Dort haben nach Angaben von Tepco Kernschmelzen stattgefunden. Das Kernkraftwerk nördlich von Tokio war bei der Erdbebenkatastrophe vom 11. März schwer beschädigt worden.

Regen lässt Pegel des verstrahlten Wassers ansteigen

Im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes eins in Fukushima wurde radioaktives Caesium mit Strahlenwerten von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Es wird vermutet, dass das radioaktive Material von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor stammt und aus dem Druckbehälter austritt, teilte die Betreibergesellschaft Tepco mit.

Angesichts der beginnenden Regenzeit bereitet vor allem der rasch steigende Wasserstand Sorge. Wie der Staatssender NHK berichtete, steigt das Wasser in den Turbinengebäuden von Reaktor zwei und drei mittlerweile um 3 bis 4 Millimeter pro Stunde, seit am Sonntag die ersten schweren Regenfälle in der Region eingesetzt hätten.

Die Frage der Entsorgung ist nach wie vor ungelöst. Es wird befürchtet, dass erneut verstrahltes Wasser ins Erdreich oder ins Meer gelangen könnte.

Filteranlage noch nicht in Betrieb

Tepco hatte Mitte Mai die Installation einer Anlage angekündigt, mit der radioaktive Substanzen aus dem Wasser in den Gebäuden gefiltert und das Wasser zugleich zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt werden soll. Die Anlage dürfte aber erst im Juli betriebsbereit sein.

Das radioaktive Wasser, das zur Kühlung der Reaktorbehälter in die Gebäude gepumpt wird, macht den Betreibern seit Beginn der Katastrophe Schwierigkeiten. Unter anderen konnte das reguläre Kühlsystem der Anlage nicht repariert werden, da ein Einsatz der Arbeiter in den überfluteten Bereichen zu gefährlich ist.

Das Atomkraftwerk Fukushima eins war durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Seither tritt Radioaktivität in die Umwelt aus. Es ist die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl.

dapd/ sda/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch