Nippons blutiger Mythos

Japan fängt Wale trotz Verbot – und bringt damit die Welt gegen sich auf. Warum ist für den Inselstaat diese Jagd so bedeutend?

Die Japaner wollen sich ihre angebliche Tradition nicht verbieten lassen. Darum töten sie heute Wale im Namen der Forschung. Foto: Mark Votier (Getty Images)

Die Japaner wollen sich ihre angebliche Tradition nicht verbieten lassen. Darum töten sie heute Wale im Namen der Forschung. Foto: Mark Votier (Getty Images)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die sieben Götter der Meere lassen auf sich warten, ihre Fähre hat sich wegen des starken Windes verspätet. Als sie schliesslich in goldbesetzten Kostümen, zwei von ihnen mit langen, altchinesisch anmutenden Bärten, auf die Bühne klettern, haben viele Besucher das Walfest von Ayukawa bereits verlassen. Es ist kalt und nass an diesem Sonntag im August. Wie in den Schweizer Bergen gibt es auch auf der Oshika-Halbinsel, einer zerklüfteten Landzunge im Norden Japans, die weit in den Pazifik hinausragt, selbst im Hochsommer frostige Tage. Die sieben Götter frieren, ihr Tanz wirkt müde und steif. «Mit der Zeit vor dem Erdbeben kann man unser Fest nicht mehr vergleichen», sagt eine Frau, die in einem Containerladen Walfleisch verkauft. Tiefgekühlt und in Dosen, rot und schwarz. Für Ungeübte empfiehlt die Verkäuferin, die ihren Namen nicht nennen will – wenn es um Walfang geht, werden die Leute von Ayukawa misstrauisch –, die rote Dose. Das Fleisch des Minke-Wals schmecke wie Rindfleisch, jenes des Sei-Wals nach Tran.

Ihr Mann sei auf einem Küstenwalfänger nördlich von Hokkaido unterwegs, erzählt sie. Kleinere Arten, vor allem Schnabelwale, unterliegen dem Moratorium der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) nicht. In japanischen Gewässern geht eine beschränkte Jagd deshalb trotz weltweiten Fangverbots legal weiter. Für 2016 gab die Fischereibehörde zehn Baird-Wale zum Abschuss frei.

Japan betreibt aber auch Walfang, den das Moratorium verbietet. Dazu nutzt es eine Ausnahmeregel. Für die Forschung dürfen die Regierungen der IWC-Länder Wale zum Abschuss freigeben. Gemeint waren eigentlich Einzeltiere. Japans Fangflotte hat dieses Schlupfloch jedoch genutzt, um im Südpazifik jährlich bis tausend Meeressäuger zu töten. Vorige Woche lief sie mit fünf Schiffen erneut in die Antarktis aus, dieses Mal mit einer Quote von 333 Minke-Walen. Für den nächsten Sommer hat Tokio im Nordpazifik den Abschuss von 174 Minke- und 140 Sei-Walen erlaubt. Letztere gelten nach Ansicht der Umweltorganisationen als akut bedroht.

Seit dem Inkrafttreten des Walfang-Moratoriums 1987 hat Japan mehr als 11 000 Wale geschlachtet – für eine Forschung, die dürftige Resultate ergibt, welche grösstenteils auch ohne Tötung der Tiere erzielt werden könnten. Den Trick, internationale Fangquoten für eine obskure «Forschung» zu umgehen, wandte Tokio schon 1956 erstmals an.

Fleisch für die «Wissenschaft»

Beim Walfest auf einem Parkplatz in Ayukawa gibt es Ballone und eine Hüpfburg für die Kleinen, sie hat die Form eines Walbabys. Ein Stand verkauft T-Shirts mit Walmotiven. Die Japaner erkennen keinen Widerspruch darin, dass sie den Wal als majestätisches Tier bewundern, aber grausam töten, um ihn zu essen. Schüler führen ihre Trommelkünste vor, ein Jahrgang nach dem andern. Der Parkplatz liegt auf dem Brachland unterhalb der Ortsverwaltung, der Tsunami vom 11. März 2011 hat Ayukawahama, den Ortskern und das Hafenviertel von Ayukawa, völlig zerstört. Viele Menschen kamen um. Geblieben sind nur die Häuser am Hang, die höher gelegene Ortsverwaltung und die Schulen. Es dauerte mehrere Jahre, bis die Trümmer weggeräumt waren, einzelne liegen noch immer da, wo einst das Städtchen war. Fünf Jahre nach der Katastrophe wohnen viele Leute noch immer in Containern. Gegenüber dem Parkplatz befindet sich ihr provisorisches Einkaufszentrum, zwei Reihen von Laden- und Restaurantcontainern.

In einer Ladennische verkauft die Frau des Walfängers dort ihren Dosenwal, der allerdings nicht vom Boot ihres Mannes stammt, sondern vom «wissenschaftlichen» Walfang. Er wird von einer Firma in Abiko bei Tokio vertrieben, mit Ayukawa hat er nichts zu tun. Es wäre Verschwendung, Wale für die Forschung «töten zu müssen», ihr Fleisch aber nicht zu verwenden, rechtfertigt Japans Regierung seinen Verkauf. In Wirklichkeit, urteilte der Internationale Gerichtshof in Den Haag vor zwei Jahren, sei es andersrum: Japan jage Wale für den Konsum, die angebliche Forschung nutze es bloss als Deckmantel. Das Gericht untersagte Tokio den Fernwalfang. Das Urteil, angestrengt von Australien und Neuseeland, gilt jedoch nur für den Südpazifik.

Eine Saison lang hielt Tokio sich an das Verbot, ­allerdings nur im Südmeer. Im Nordpazifik machte Japan unverändert weiter. Inzwischen hat das Walforschungsinstitut die Forschungsziele neu formuliert. Damit sei das Urteil von Den Haag nicht mehr gültig, meint Joji Morishita, Japans oberster Walfangdiplomat. Kritik weist er mit weinerlicher Opferhaltung zurück: Die Ausländer wollten Japan ein altes Kulturgut verbieten. Oder er kanzelt Journalisten ab, die Wissenschaftlichkeit des japanischen Walfangs sei für sie halt zu schwer verständlich.

Walfang hat keine lange Tradition

Die Autorin Koretsune Sakura nennt Ayukawahama in einer Broschüre über die lokale Kultur «das Städtchen des Wals». In seiner Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg seien Zehntausende auf die ­Oshika-Halbinsel geströmt, um in den vielen Walfangfirmen harte, aber gut bezahlte Arbeit zu finden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es freilich hier keine organisierte Jagd auf Wale, und auch anderswo in Japan nicht. Nippons Fischer waren Gelegenheitswalfänger, das allerdings seit Jahrtausenden: Wenn ein Wal sich in ihre Bucht verirrte, erlegten sie ihn. Eine aktive Jagd trieben sie dagegen nicht. Vor der Einführung der künstlichen Kühlung war das gar nicht möglich: Wie hätten sie mehrere Tonnen Fleisch, die schon mit dem Fang eines einzigen Tieres anfallen, ungekühlt ins Hinterland verkaufen können? Aus Edo, wie Tokio bis 1868 hiess, gibt es keine Rezepte oder andere Belege, dass Wal gegessen wurde.

Wenn die Fischer einst irgendwo in Japan einen Wal anschleppten, musste das ganze Dorf helfen, das Tier zu flensen, wie man die Zerlegung nennt. Dafür erhielt jede Familie ihren Anteil Fleisch, Fett und Öl. Anders als die Europäer und Amerikaner haben die Japaner von den Walen, die sie erlegten, alles genutzt. Manchenorts dankten sie dem Wal, der zu ihnen gekommen sei, oder den Göttern, die ihn schickten, anschliessend mit Gebeten. Das Walfest von Ayukawa, das es seit 1953 gibt, war ein Versuch, dem modernen Walfang auf der Basis dieser Überlieferung kulturelle Wurzeln zu geben.

Das Walfest in Ayukawa hat seine besten Zeiten hinter sich (Archivbild von 1993). Foto: Kurita Kaku (Getty Images)

Bis 2011 begann das Fest mit einer Zeremonie am buddhistischen Tempel und einer Prozession durchs Städtchen, bei der ein riesiger Pappwal mitgetragen wurde. Die ganze Halbinsel war auf den Beinen, aber die Blütezeit von Ayukawa ging lange schon vor dem Tsunami zu Ende. Seine Einwohnerzahl fiel von mehr als 16'000 vor fünfzig Jahren auf 4000 vor der Katastrophe, seither beschleunigt sich der Schwund noch. Vor allem die Jungen gehen. Im Walfang und -handel sind auf ­Oshika nur noch ein Handvoll Leute tätig. Die japanische Walfangflotte sitzt im westjapanischen Shimonoseki. Nur im Hafen von Momonura liegt an diesem Sonntag noch ein Walfangkutter mit dem typischen Ausguck am Mast und der Harpunenkanone im Bug. Dafür hatte Tokio sein Walforschungsinstitut hier angesiedelt, das die Walkadaver aus der Antarktis und der Beringstrasse auswerten sollte.

Zum Zentrum des japanischen Walfangs gehörte auch ein Museum, das den Walfang zur urjapanischen Tradition erhob. Der imposante Bau stand ­direkt am Hafen – auch noch, nachdem fast alle lokalen Walfangfirmen eingegangen waren. Ayukawa ist vom Walfangzentrum zum Ort eines bescheidenen Walfangtourismus geschrumpft. Der Tsunami hat auch das gestoppt, er zerstörte das Museum und das Forschungsinstitut, dessen Präparate und DNA-Proben in den Fluten verloren gingen. Mehrere Fischerdörfer der Halbinsel hat er völlig ausradiert. Das Walfest, das einst ganz Ayukawa auf die Beine brachte, ist nur noch ein bescheidenes, eher trauriges Dorffest. Die Gebete in der Früh, mit denen das Fest schon früher begann, gelten nicht mehr den Walen, die für die Menschen starben, sondern den vielen Tsunami-Opfern.

Kulinarischer Imperialismus

Walfangdiplomat Morishita wehrt sich entrüstet gegen die Vorwürfe der Tierschützer, Japan jage ­bedrohte Tierarten. Die Forschung zeige, die Bestände seien gross genug, um vor allem den Minke-Wal «zu bewirtschaften», behauptet er. Und der Westen jage ja auch wilde Tiere. Japan leitet aus dem Prinzip, von den erlegten Tieren alles zu nutzen, sogar eine moralische Überlegenheit ab. Die Europäer und Amerikaner, die die Walpopulationen der Weltmeere an den Rand der Ausrottung trieben, nahmen bloss das Öl, den Speck und die Barten, warfen aber jedes Jahr viele Tausend Tonnen Muskelfleisch ins Meer zurück.

Den Japanern vorzuschreiben, sie dürften kein Walfleisch essen, lehnt man in Tokio als «kulinarischen Imperialismus» ab.

In der Tat hat Japan kaum zur Beinaheausrottung der Wale beigetragen, deren es jetzt beschuldigt wird: Dafür sind die Norweger, Holländer, Engländer, Russen und allen voran die Amerikaner verantwortlich. Sie plünderten die Meere, bevor sich der erste japanische Walfänger weit von seiner Küste entfernte. In Grönland und auf Spitzbergen betrieben sie industrielle Tran-Brennereien. Als Commodore Matthew Perry 1854 die Öffnung Japans erzwang, tat er das für Amerikas Walfänger, die sich in Japans Häfen mit Proviant versorgen wollten. Japan hatte sich seit dem 17. Jahrhundert selbst isoliert, jede Ein- und Ausreise war unter Todesandrohung verboten, Ausnahmen gab es nur für die holländische und chinesische Handelsstation in Nagasaki.

90 Prozent der Japaner essen nie Walfleisch. Es schmeckt blutig und schwer. Foto: Issei Kato (Reuters)

Mit dem Fernwalfang, mit dem Japan die Welt gegen sich aufbringt, begann Tokio in den 1930er-Jahren. Und intensiv erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem die amerikanische Besatzungsmacht Tokio geraten hatte, den akuten Proteinmangel seiner Bevölkerung mit Walfleisch zu beheben. Der Westen hatte da längst erkannt, die Zeit des industriellen Walfangs ging zu Ende. Einige Länder versuchten gar, alte Walfangboote an Japan zu verramschen.

Die IWC wurde 1946 als freiwillige Organisation der Walfang-betreibenden Staaten gegründet, um gemeinsam den Kollaps der Walbestände zu stoppen. Das Moratorium von 1987 ist aus der Erkenntnis entstanden, ohne Fangverbot seien die Wale nicht zu retten. Einzig den indigenen Völkern, Indianern und Eskimos gewährt die IWC sehr beschränkte Fangquoten. Allerdings war das Moratorium nicht, wie Morishita betont, als das permanente Verbot gedacht, als das es die Weltöffentlichkeit heute versteht, sondern als Schonfrist, die es den Walbeständen erlauben sollte, sich zu erholen. Danach würde der kommerzielle Walfang wieder aufgenommen. Falls die IWC ein permanentes Verbot anstrebe, drohte Morishita schon, dann behalte Japan sich einen Austritt vor.

Kaum jemand isst Walfleisch

Am Walfest von Ayukawa bildet sich kurz vor Mittag eine Schlange, ein Stand gibt gratis gebratenen Wal ab. Das eher zähe Muskelfleisch schmeckt blutig und schwer, am ehesten wie Hirsch oder Wildschwein. Dazu haftet ihm ein traniger Beigeschmack und, obwohl der Wal ein Säugetier ist, ­etwas Fischiges an. Ausser einigen Spezialitäten ist Walfleisch billig, dennoch geht der Absatz in Japan stetig zurück, seit 1960 um 99 Prozent. Im Schnitt verzehrt der Durchschnittsjapaner 30 Gramm pro Jahr. Nach Angaben des «International Fund for Animal Welfare» (IFAW) bleiben drei Viertel des Walfleischs unverkauft, es türme sich in Kühlhäusern. Aufrufe des Forschungsinstituts, die Japaner sollten mehr Wal essen, verhallen ungehört. Den Mitgliedern seines Fördervereins, die «Freunde des Wals», schickt es deshalb jedes Jahr Pakete mit Walspezialitäten ins Haus.

Wer in den 1950er- bis 1970er-Jahren in Japan zur Schule ging, ass regelmässig Wal als Schullunch. Viele Japaner sagen, sie könnten das Fleisch seither nicht mehr riechen.

Wer in den 1950er- bis 1970er-Jahren in Japan zur Schule ging, ass regelmässig Wal als Schullunch. Viele Japaner sagen, sie könnten das Fleisch seither nicht mehr riechen. 90 Prozent essen nie Wal. Dennoch begann der Staat vor einigen Jahren, wieder Walfleisch an Schulküchen zu liefern, um den Absatz anzukurbeln.

Wirtschaftlich ist der nominell private Walfang irrelevant. Der japanische Fernwalfang existiert nur noch, weil die Steuerzahler ihn finanzieren; mit etwa 40 Millionen Euro pro Jahr, wie der IFAW schätzt. Nach dem Tsunami hielt die Regierung ­sogar Hilfsgelder aus dem Budget für die Tsunami-Opfer dem Walfanginstitut zu. Mit diesen Zuschüssen hilft die Regierung weder armen Regionen noch Familien, die ohne Walfang kein Auskommen hätten. Sie halte bloss eine Walbürokratie am ­Leben, schreibt der IFAW. Und die Fiktion der Konservativen um Premier Shinzo Abe, Japan trotze damit dem Druck des Auslandes: Sie nutzen den Walfang als Vehikel, mit dem sie ohne hohe politische Kosten zeigen, dass sie sich von den Amerikanern nichts vorschreiben lassen.

Zum Walfest in Ayukawa gibt es – in einem Bürocontainer – auch eine Fotoausstellung. Auf alten Bildern stehen stramme Japaner wie Soldaten an einer Harpunenkanone, bereit zum tödlichen Schuss auf den Wal. Fotos von den Walfesten der 1960er-Jahre zeigen, wie lebendig das Städtchen einst war. Am ehesten symbolisiert allerdings das Bild des kleinen Walfangkutters «Taisho Maru 28» die Lage Ayukawahamas. Der Tsunami hat ihn auf eine Hafenmole gespült, wo er zwischen Trümmern gestrandet liegt.

Es war nicht Japan, das den Wal beinahe ausgerottet hatte.

Walfleisch ist Männersache, eine Manifestation des japanischen Nationalismus. Oder freundlicher: Nostalgia Food. Das Kujira, Tokios einziges Restaurant, das auf Walgerichte spezialisiert ist, betritt man über grosse Kiesel, die im Wasser stehen, Bambus ziert den Flur. Japanischer geht es kaum, und das mitten im postmodernen Vergnügungsviertel Shibuya. Es gibt Wal-Sashimi, also rohes Walfleisch in Streifen, fetten Walspeck, der an Rauchspeck erinnert, gebratenen Wal. Aber die Nachfrage ist gering. Obwohl das Kujira das einzige derartige Restaurant in Tokio ist, erhalten wir ohne Reservierung einen Tisch.

Vor einigen Jahren bot Cristian Maquiera, der damalige Vorsitzende der IWC, einen Kompromiss an. Japan sollte seinen geringen Bedarf an Walfleisch ehrlich mit etwas kommerziellem Küstenwalfang decken dürfen, dafür aber den pseudowissenschaftlichen Fernwalfang aufgegeben. Seine Küstenwalfänger wären mithin den Eskimos gleichgestellt worden. Die Leute von Ayukawa stellten sich hinter den Vorschlag, der Fernwalfang nütze ihnen ja nichts, meinen die Leute im Container­restaurant. Aber Tokio lehnte empört ab, es wollte mehr. Australien dagegen strebt ein globales Fangverbot an. Maquiera blitzte ab.

Japan, neben Norwegen und Island das einzige Walfangland, versucht seit Jahren, die IWC über den Tisch zu ziehen. Dazu hat es arme Binnenländer, die Mongolei und Laos zum Beispiel, in die IWC geholt (die Schweiz ist auch Mitglied). Die Solomon-Inseln und Nauru im Pazifik, die beiden keinen Walfang treiben, stimmen oft mit Japan. Ein früherer Umweltminister Australiens warf ihnen deshalb vor, sie verkauften ihre Stimmen an Japan. Einem Minister von Dominica, einer Karibikinsel, konnte die Presse nachweisen, dass er sich von ­Japan bestechen liessen.

An der letzten IWC-Tagung im September in Portoroz, Slowenien, fehlten von 88 Mitgliedsländern 23, vor allem arme Kleinstaaten. Japan setzte deshalb die Schaffung eines Fonds durch, der diesen Ländern künftig die Teilnahme finanzieren soll. Zugleich gelang es Japan, Morishita zum IWC-Vorsitzenden wählen zu lassen. Damit liegt die Kommission, die die Wale schützen soll, in den Händen eines Mannes, der den kommerziellen Walfang wieder einführen will.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.12.2016, 17:38 Uhr

In Zahlen

99 Prozent

Bis in die 1960er-Jahre gehörte Walfleisch fix auf die Menükarte der Schulkantinen. Der Konsum ist aber seither um 99 Prozent zurückgegangen, also praktisch verschwunden. Drei Viertel des Fleischs bleiben heute unverkauft.

1953

In diesem Jahr wurde in Ayukawa erstmals das Walfest veranstaltet. Es war der Versuch, dem kommerziellen Walfang kulturelle Wurzeln zu geben.

Artikel zum Thema

Wie Walfänger die Klimaforschung antreiben

Logbücher statt Wettersatelliten: Von den Aufzeichnungen früherer Walfangkapitäne erhoffen sich Wissenschaftler Hinweise auf den Klimawandel. Ganz allein können sie die Datenmengen aber nicht bewältigen. Mehr...

Botschafter des Paradieses

Die Leserreise in die Antarktis macht aus ihren Teilnehmern keine besseren Menschen. Aber sie öffnet jedermanns Augen. Mehr...

Kruder japanischer Nationalstolz

Kommentar Der Internationale Gerichtshof verbietet Japan den Walfang in der Antarktis. Es ist aber zu bezweifeln, dass Tokio klein beigibt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Ein Oman-Kuhnasenrochen schwimmt am 21.09.2017 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) bei einer Pressevorbesichtigung im Aquazoo Löbbecke Museum in seinem Wasserbecken und schaut in Richtung Besucher. Das Museum öffnet morgen wieder nach vier Jahren Sanierungspause. (KEYSTONE/DPA/Ina Fassbender)
Mehr...