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Nordkorea droht Medien in Seoul mit Raketenangriff

Nordkorea lässt die Kritik der südkoreanischen Presse an staatlichen Kinderfesten nicht auf sich sitzen. Pyongyang warnte neun Medien vor einem Artillerieangriff und sprach von einem gnadenlosen heiligen Krieg.

Die nordkoreanische Regierung verlangt eine Entschuldigung: Sicherheitskräfte vor der Niederlassung der Korean Broadcasting System (KBS) in Seoul. (4. Juni 2012)
Die nordkoreanische Regierung verlangt eine Entschuldigung: Sicherheitskräfte vor der Niederlassung der Korean Broadcasting System (KBS) in Seoul. (4. Juni 2012)
Keystone

Nordkorea hat mit Artillerieangriffen auf südkoreanische Medien gedroht. Der Generalstab der Volksarmee erklärte heute, die Geschütze seien auf neun Medien gerichtet, darunter Nachrichtenagenturen und Fernsehsender.

Nordkorea warnte vor einem «gnadenlosen heiligen Krieg», sollte die Regierung in Seoul sich nicht für eine «bösartige Verleumdungskampagne» entschuldigen. Hintergrund ist die Kritik in südkoreanischen Medien an einer Reihe von Kinderfesten in Nordkorea.

Der Erklärung des Generalstabs enthielt die genauen Koordinaten der neun bedrohten Medien. Unter ihnen war der Fernsehsender Channel A, der die Kinderfeste als politische Show im Stil von Adolf Hitler beschrieben hatte. Die südkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete, etwa 20'000 Kinder in Nordkorea feierten seit Sonntag den 66. Jahrestag der Gründung der Koreanischen Kinderunion.

Schwere Provokation

Während der laufenden Festwoche sollten Kinder die nordkoreanische Hauptstadt Pyongyang besuchen und dort an politischen und kulturellen Veranstaltungen teilnehmen. Auf dem Programm standen demnach auch ein Ausflug in den Zoo und Restaurantbesuche.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung bezeichnete die Erklärung aus Nordkorea als schwere Provokation. Seit dem Tod von Staatschef Kim Jong-il im Dezember sandte das Regime in Pyongyang bereits mehrfach Drohungen in Richtung Süden. Nach dem Scheitern eines nordkoreanischen Raketentests im April verschlechterten sich die Beziehungen weiter.

dapd/wid

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