Nordkorea bestätigt Raketentests

Die kommunistische Diktatur hat taktische Lenkwaffen getestet. Es sind die ersten solchen Tests seit den Atomgesprächen.

Letzter Raketentest 2017: Nordkorea hat die im vergangenen Jahr für die Atomverhandlungen mit den USA ausgesetzten Raketentests offenbar wieder aufgenommen. AP Photo/Kim Kwang Hyon

Letzter Raketentest 2017: Nordkorea hat die im vergangenen Jahr für die Atomverhandlungen mit den USA ausgesetzten Raketentests offenbar wieder aufgenommen. AP Photo/Kim Kwang Hyon

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Nordkorea hat nach Angaben der staatlichen Medien Langstrecken-Mehrfachraketenwerfer und taktische Lenkwaffen getestet. Machthaber Kim Jong-un habe die Tests im Rahmen einer «Angriffsübung» beaufsichtigt, meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Die Übung habe am Samstag stattgefunden, als Nordkorea mehrere Geschosse über dem Meer abgefeuert hatte.

Südkorea hatte zuvor beunruhigt auf die Raketenabschüsse reagierte. Die Regierung in Seoul rief Nordkorea dazu auf, alle Schritte zu beenden, die zu einer militärischen Eskalation auf der Halbinsel führen könnten. Die Äusserungen aus dem Süden gehörten zu den schärfsten, seit sich beide Staaten Anfang vergangenen Jahres auf einen Versöhnungskurs begeben hatten.

Eine Sprecherin des US-Präsidialamts sagte: «Wir haben Kenntnis von den Aktionen Nordkoreas heute Nacht.» Die Lage werde geprüft. US-Präsident Donald Trump ging in einem Tweet nicht auf die Raketenabschüsse und schrieb stattdessen: «Ich vertraue darauf, dass Kim Jong-un vollumfänglich das grosse wirtschaftliche Potenzial von Nordkorea realisiert und nichts unternimmt, um es zu gefährden oder zu beenden.»

Das nordkoreanische Regime hatte die Wiederaufnahme von Atom- und Raketentests bereits im März angedroht, kurz nach dem Scheitern des zweiten Gipfels zwischen Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump in Vietnam. Beide Seiten konnten sich nicht einigen in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas. Pyongyang verlangte die Aufhebung eines Grossteils der Sanktionen.

Die bilateralen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hatten im Juni 2018 mit einem historischen Gipfeltreffen von Kim und Trump in Singapur begonnen, greifbare Ergebnisse brachten sie aber nicht.

Experte: Frust in Nordkorea

«Es scheint offensichtlich, dass Nordkorea wütend ist über den scheinbaren Mangel an Flexibilität in der Position der Trump-Administration zum Abbau von Sanktionen», sagte Harry Kazianis vom Institut Center for the National Interest.

Das kommunistische Nordkorea wird wegen seines Atom- und Raketenprogramms international mit Sanktionen belegt. Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-un und Donald Trump im Februar in Vietnam hat die Unsicherheit ob der Lage auf der koreanischen Halbinsel wieder zugenommen. Es gab mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen.

Mitte April vermeldeten nordkoreanische Staatsmedien den Test einer neuen «taktischen Lenkwaffe». Die Aktion wurde ebenfalls als Versuch gewertet, Druck auf die USA auszuüben nach den jüngst gescheiterten Verhandlungen.

Nordkorea steht wegen seiner Atomwaffen- und Raketentests in den vergangenen Jahren unter besonderer Beobachtung der internationalen Gemeinschaft. Im April 2018 verkündete die kommunistische Führung in Pyongyang einen Stopp der Atombombenversuche und Tests von Interkontinentalraketen. Dadurch haben sich die Spannungen in der Region und auch im Verhältnis zu den USA zunächst deutlich verringert.

(chk/sda/afp)

Erstellt: 05.05.2019, 08:09 Uhr

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