Zum Hauptinhalt springen

Nordkorea giesst weiter Öl ins Feuer

In Südkorea sind die beiden bei einem nordkoreanischen Angriff getöteten Soldaten beigesetzt worden. Inzwischen hat Nordkorea sein Bedauern über die zivilen Opfer ausgedrückt. Die Schuld daran trage jedoch der Süden.

Die letzte Ehre für die Verstorbenen: Drei südkoreanische Marine-Veteranen vor den Porträts der beiden getöteten südkoreanischen Soldaten.
Die letzte Ehre für die Verstorbenen: Drei südkoreanische Marine-Veteranen vor den Porträts der beiden getöteten südkoreanischen Soldaten.
Keystone
Blumen für die Opfer: Verwandte und Bekannte verabschieden sich.
Blumen für die Opfer: Verwandte und Bekannte verabschieden sich.
Keystone
Eine Verwandte wartet auf die Ankunft des Sargs.
Eine Verwandte wartet auf die Ankunft des Sargs.
Keystone
1 / 6

Mit den Soldaten waren auch zwei Zivilisten bei dem Angriff getötet worden. Regierungschef Kim Hwang Sik und der scheidende Verteidigungsminister Kim Tae Jung, hohe Militärs und Angehörige gehörten zu den Trauernden, die sich am Samstag in einem Militärspital nahe Seoul versammelten.

Der Tod der beiden Marinesoldaten werde «mit Sicherheit» gerächt werden, sagte der oberste Marinechef Yoo Nak Joon vor den Särgen der 20 und 22 Jahre alten Männer. Nordkorea werde «hundert- und tausendfach zahlen». Der neue südkoreanische Verteidigungsminister sprach sich derweil einem Zeitungsbericht zufolge für ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea aus.

«Wir müssen auf Provokationen Nordkoreas scharf reagieren», sagte Kim Kwan Jin zu Mitarbeitern des koreanischen Präsidenten, wie die Zeitung «Chosun Ilbo» berichtete. Man müsse mit vielfacher Härte zurückschlagen.

Erneute Zuspitzung

Es wurde erwartet, dass die Spannungen in der Region noch weiter steigen, wenn am Sonntag ein südkoreanisch-amerikanisches Manöver beginnt. Nordkorea nannte die Übung am Samstag eine «unverzeihliche Provokation». Die Regierung in Pyongyang drohte abermals mit Vergeltung, sollte nordkoreanisches Gebiet verletzt werden. Dann würde die Hochburg der Feinde in eine See von Feuer verwandet, hiess es auf der staatlichen Website Uriminzokkiri.

Gleichzeitig drückte die Führung Nordkoreas erstmals ihr Bedauern über den Tod von Zivilisten bei dem Angriff auf eine südkoreanische Insel vom Dienstag aus. Sollte es wahr sein, dass es bei dem Zwischenfall zwei zivile Opfer gegeben habe, sei dies «sehr bedauerlich», hiess es am Samstag in einer von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Mitteilung. Schuld an ihrem Tod sei Südkorea jedoch selbst, weil es die Zivilisten als «menschliche Schutzschilde» benutzt habe. «Seoul setzt die zivilen Opfer bewusst für seine Propaganda ein, um zu dramatisieren und den Eindruck zu erwecken, die Zivilisten seien schutzlos einem blinden Angriff ausgesetzt gewesen», hiess es darin.

Chinas Kritik

China, der engste Verbündete Nordkoreas, rief beide Seiten zu Zurückhaltung auf. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitagabend berichtete, habe Aussenminister Yang Jiechi die Lage auch in einem Telefonat mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton erörtert.

Zuvor hatte sich Peking kritisch zu dem geplanten gemeinsamen Manöver amerikanischer und südkoreanischer Verbände im Gelben Meer geäussert. Die USA bekräftigen ihrerseits, dass sich das Militärmanöver nicht gegen China richte. Die Übungen, die am Sonntag beginnen sollen, seien «defensiver Natur» und dienten zur Abschreckung Nordkoreas, sagte ein Pentagon-Sprecher.

Zu dem Manöver wird auch der atomgetriebene Flugzeugträger «USS George Washington» im Gelben Meer erwartet. Das Manöver findet nur rund 110 Kilometer südlich von der Insel Yeonpyeong statt, die am Dienstag beschossen wurde. Die USA haben mehr als 28'000 Soldaten in Südkorea stationiert.

dapd/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch