Nordkorea protestiert gegen Militärmanöver

Nach Angaben Südkoreas hat Kim Jong-un am Dienstag Projektile ins Meer abgefeuert. Mit einer Warnung an Seoul und Washington.

Am 1. August schoss Nordkorea Raketen in den Himmel: Kim Jong-un verfolgt den Verlauf. (1. August 2019)

Am 1. August schoss Nordkorea Raketen in den Himmel: Kim Jong-un verfolgt den Verlauf. (1. August 2019) Bild: Ahn Young-joon/AP/Keystone

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Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut Geschosse in das Japanische Meer abgefeuert. Bisher seien diese aber nicht identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf das südkoreanische Militär. Die Projektile seien von der Ostküste am frühen Morgen gestartet worden. Das südkoreanische Militär beobachte die Lage. Weitere Angaben gab es zunächst nicht.

Yonhap berichtete unter Berufung auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA weiter, Pyongyang protestiere gegen die gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA, das am Montag gestartet worden war.

Hoher Preis für «Fehler»

Das nordkoreanische Militär hatte am Donnerstag nach südkoreanischen Angaben bereits zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert und diese als Reaktion auf Militärübungen Südkoreas gerechtfertigt. Beide Raketen stürzten den Angaben zufolge ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer).

Die Führung in Pyongyang äusserte sich nicht direkt zu den erneuten Tests. Sie verurteilte am Dienstag aber das am Montag begonnene Militärmanöver von Washington und Seoul scharf. Es handle sich um eine «eklatante Verletzung» von Vereinbarungen von Nordkorea mit den USA und mit Südkorea, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des nordkoreanischen Aussenministeriums.

Südkorea und den USA fehle der «politische Wille» zu einer Verbesserung der Beziehungen zu Nordkorea. Der Sprecher warnte, sollten Washington und Seoul die nordkoreanischen Warnungen weiterhin nicht beachten, müssten sie einen «hohen Preis» zahlen. Solche Manöver nötigten Nordkorea dazu, die eigene Waffenentwicklung voranzutreiben.

Die US-Regierung erklärte am Montagabend lediglich, sie beobachte die Situation genau.

Stockende Gespräche

Es ist somit das vierte Mal in weniger als zwei Wochen, dass Nordkorea Raketen startet. Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - eigentlich die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas. (roy/SDA)

Erstellt: 06.08.2019, 03:52 Uhr

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