Nordkorea soll zu Gesprächen mit den USA bereit sein

Kim Jong-un könnte die diplomatische Eiszeit mit den USA schon bald beenden. Nordkorea habe die Absicht bekräftigt, «einen Dialog mit den USA zu führen», teilt das südkoreanische Präsidialamt mit.

Wer hat den grössten Atomknopf? Karnevalsumzug in Nizza.

Wer hat den grössten Atomknopf? Karnevalsumzug in Nizza. Bild: Reuters

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Südkorea: Pyongyang «sehr gewillt» zu Gesprächen mit Washington Nordkorea und Südkorea haben den Abschluss der Winterspiele in Pyeongchang für eine weitere Runde der Olympia-Diplomatie genutzt. Südkoreas Präsident Moon Jae In empfing heute eine hochrangige Delegation aus dem Norden, die sich bei dem Treffen «sehr gewillt» zu Gesprächen mit den USA zeigte, wie Moons Büro in Seoul mitteilte.

Die Führung in Pyongyang teilte derweil mit, dass sie die jüngsten US-Sanktionen als «Kriegsakt» betrachte.

Nach Angaben von Südkoreas Präsidialamt stimmten die nordkoreanischen Abgesandten bei dem Treffen mit Moon der Einschätzung zu, dass es sowohl bei den innerkoreanischen Gesprächen als auch bei den Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA Verbesserungen geben müsse. Das Treffen fand vor der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang statt.

Umstrittener General

Nordkoreas Delegation stand unter Leitung von General Kim Yong Chol. Der General ist in Pyongyang für die innerkoreanischen Beziehungen zuständig und steht in Südkorea auf einer Sanktionsliste. Sein Olympia-Besuch war im Süden stark umstritten. Südkoreanische Demonstranten forderten seine Hinrichtung.

Die Kritiker werfen dem General unter anderem vor, für einen Angriff auf die südkoreanische Korvette «Cheonan» im Jahr 2010 verantwortlich zu sein, bei deren Untergang 46 Seeleute ums Leben kamen.

Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Vorfall und spricht von einer ungeklärten Explosion an Bord des Kriegsschiffs, das Medienberichten zufolge Torpedos und andere Waffen sowie Munition geladen hatte.

Das Wiedervereinigungsministerium hatte Bedenken im Zusammenhang mit der Visite der von Kim geleiteten Delegation eingeräumt. Der Besuch biete aber die «Chance, die innerkoreanischen Beziehung zu verbessern» und einer friedlichen Lösung näherzukommen, hiess es.

Charmeoffensive

Nordkorea nutzte die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang für eine Charmeoffensive. Zur Eröffnungsfeier vor zwei Wochen schickte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine Schwester Kim Yo Jong, die eine Einladung an den südkoreanischen Staatschef für ein Gipfeltreffen in Pyongyang überbrachte. Doch zu einem Treffen zwischen den Regierungsdelegationen aus Nordkorea und den USA kam es weder zum Beginn noch zum Abschluss der Spiele.

Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, sagte am Samstag in Pyeongchang, Washington werde weiter «maximalen Druck» auf Nordkorea ausüben. Der US-Präsident werde nicht die gleichen Fehler wie sein Vorgänger machen und «weich oder schwach» gegenüber Pyongyang auftreten. Ein Treffen zwischen Trumps Tochter Ivanka, die am Sonntag bei der Olympia-Abschlusszeremonie die US-Delegation anführte, sei nicht geplant.

«Kriegsakt»

Nordkorea verurteilte unterdessen die jüngsten von den USA gegen Pyongyang verhängten Strafmassnahmen. «Jede Art von Blockade» gegen Nordkorea werde als «Kriegsakt» angesehen, hiess es am Sonntag in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung des nordkoreanischen Aussenministeriums.

Das Ministerium drohte zugleich mit Vergeltung, sollten «die USA wirklich die Nerven haben», Nordkorea in «grober» Weise entgegenzutreten.

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatte das US-Finanzministerium am Freitag neue Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen angekündigt, die illegale Geschäfte mit Nordkorea gemacht haben sollen. Neben nordkoreanischen Unternehmen sind auch Firmen aus anderen Ländern betroffen, darunter China.

Die US-Regierung forderte den Uno-Sicherheitsrat auf, ein weltweites Hafenverbot für 33 Schiffe zu verhängen und 27 Schifffahrts- und Handelsunternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen.

Scharfer Protest Pekings

China protestierte scharf gegen die Sanktionen, die sich auch gegen chinesische Firmen und Personen richten, die Geschäfte mit Nordkorea machen. Pekings Aussenamtssprecher Geng Shuang kritisierte den «langen Arm» der USA, weil die Sanktionen nur auf der Grundlage von US-Gesetzen verhängt worden seien. Er stellte die weitere Kooperation Chinas mit den USA in Frage. China und die USA sind Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat, der nach den wiederholten Raketen- und Atomtests Nordkoreas gemeinsame Sanktionen verhängt hatte. (pst/sda)

Erstellt: 25.02.2018, 16:39 Uhr

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