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So sieht Nordkoreas Kriegspropaganda aus

Nordkorea verschärft seine Propaganda gegen die USA. In einem neuen Video attackiert es US-Kriegsschiffe – und Washington.

Kriegstreiberei: Das computeranimierte Video der Nordkorea-Propaganda. Video: Tamedia Webvideo

Das Regime von Kim Jong-un reagiert mit zunehmend aggressiver Kriegsrhetorik auf die Aufrüstung der USA in der Region. Das neueste Propagandavideo Nordkoreas beginnt mit einer Grossaufnahme einer Militärparade in Pyongyang und Drohungen eines Sprechers gegen die Amerikaner. Dann werden Raketen in Stellung gebracht und amerikanische Ziele ins Fadenkreuz genommen, der Flugzeugträger USS Carl Vinson, amerikanische Kampfjets sowie das Weisse Haus in Washington. Schliesslich fallen Raketen auf das US-Kriegsschiff nieder, und das Capitol in der amerikanischen Hauptstadt explodiert in grellsten Farben.

Martialisch-schmissige Musik untermalt das computeranimierte Video mit dem Titel «Im Rahmen der Zerstörung». Entsprechend aggressiv sind die Reden im Hintergrund und die Untertitel in koreanischer Sprache. «Dumme und fette Tiere kriechen heran und werden zu einem riesigen Ziel», heisst es zum Beispiel, als die USS Carl Vinson ins Bild kommt und ins Visier genommen wird. Oder auch: «Unsere revolutionären Streitkräfte werden dieses eklige Tier mit einem Schlag versenken.»

Hwasong-7 Scud-ER und Pukguksong-2

Das Propagandawerk will die Raketenkraft Nordkoreas dokumentieren. Zu sehen sind zwei Vorzeigewaffen des Kim-Regimes: die Kurzstreckenrakete Hwasong-7 Scud-ER und die Mittelstreckenrakete Pukguksong-2. Am knalligen Ende des zweieinhalbminütigen Videos wird eine weitere Drohung eingeblendet: «Der finale Kollaps wird beginnen.» Veröffentlicht wurde das Video von der staatlichen Nachrichtensite Arirang Meari.

Der Flugzeugträger USS Carl Vinson im Fadenkreuz der Nordkoreaner. Screenshot: Tamedia Webvideo
Der Flugzeugträger USS Carl Vinson im Fadenkreuz der Nordkoreaner. Screenshot: Tamedia Webvideo

Während die nordkoreanische Propaganda auf Hochtouren läuft, haben die USA mit dem Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen. Das System Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) soll Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zerstören können. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums soll das System bis zum Jahresende voll einsatzfähig sein.

Militärmanöver auf beiden Seiten

Angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gibt es auf beiden Seiten militärische Aktivitäten. So lief in Südkorea am Mittwoch ein gemeinsames Manöver der USA und Südkoreas mit 2000 Soldaten. Einbezogen waren rund 100 Artillerie-Geschütze, 90 gepanzerte Fahrzeuge und 50 Flugzeuge. Nordkorea hatte bereits am Dienstag nach eigenen Angaben die grösste jemals vorgenommene Militärübung abgehalten. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf eine Regierungsquelle, dass Nordkorea im Gebiet um Wonsan im Osten Nordkoreas eine Übung mit 300 bis 400 Artilleriewaffen veranstaltet habe.

China hat seinem Verbündeten Nordkorea nach Darstellung der USA mit Sanktionen gedroht, sollte das Land weitere Atomtests unternehmen. Nordkorea hat seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pyongyang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er strebe eigentlich eine diplomatische Lösung des Streits um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm an, aber das sei «sehr schwierig». Laut Trump besteht die Möglichkeit, «dass wir am Ende einen grossen, grossen Konflikt mit Nordkorea haben».

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