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Notlandung direkt in die Fänge der Taliban

Mitten im Taliban-Gebiet in Afghanistan musste ein Helikopter notlanden. Von den rund zehn Insassen fehlt seither jede Spur. Unterschiedliche Angaben gibt es über die Nationalität der Notgelandeten.

Von den Taliban beherrscht: Afghanische Soldaten in der Provinz Logar. (Archivbild)
Von den Taliban beherrscht: Afghanische Soldaten in der Provinz Logar. (Archivbild)
Keystone

Radikalislamische Taliban haben im Osten Afghanistans mindestens neun Menschen aus einem notgelandeten Helikopter verschleppt. Darunter befinden sich mehrere türkische Staatsangehörige, zur genauen Zahl und zur Identität der Verschleppten gab es heute jedoch widersprüchliche Angaben. Die türkische Regierung steht wegen des Vorfalls in Kontakt mit der afghanischen Seite.

Der Helikopter war gestern Abend wegen schlechten Wetters in der Provinz Logar südlich der Hauptstadt Kabul gelandet. Das bestätigte ein Sprecher der afghanischen Charterfima, der der Hubschrauber gehört, der Nachrichtenagentur AFP. Seinen Angaben zufolge waren sieben Türken an Bord sowie ein russischer Pilot, ein russischer Flugingenieur und ein afghanischer Kopilot.

Gespräche mit Dorfältesten

Der Sprecher der Provinzregierung, Din Mohammed Darwisch, berichtete hingegen von sieben Türken, zwei Ukrainern und einem afghanischen Übersetzer an Bord des Hubschraubers. Es gebe Gespräche mit Dorfältesteten, die die Taliban überzeugen sollten, die Verschleppten freizulassen.

Zuvor hatte der Vizechef der Polizei in der Provinz Logar, Rais Chan Sadek, erklärt, es seien neun Türken aus dem Hubschrauber verschleppt worden. Sicherheitskräfte hätten den Hubschrauber leer gefunden, sagte er. Die Insassen «wurden von den Taliban mitgenommen.» Der Bezirkschef von Asr, wo der Hubschrauber notgelandet war, vermutete die Verschleppten im Mangal-Tal, das von den Taliban kontrolliert wird.

Auf dem Weg nach Kabul

Über den Vorfall liefen «intensive Gespräche» zwischen türkischer und afghanischer Seite, erklärte das türkische Aussenministerium. Einem türkischen Diplomaten zufolge war der Hubschrauber in der Stadt Chost im Osten des Landes gestartet und unterwegs nach Kabul. Die türkischen Insassen hätten in Chost an einem Strassenbauprojekt gearbeitet.

Die Taliban erklärten hingegen in einer Mitteilung auf ihrer Webseite, sie hätten elf US-Soldaten aus dem Hubschrauber verschleppt. Alle Insassen hätten US-Militäruniformen getragen und seien «in die sicherste Region des Landes» gebracht worden. Der Hubschrauber sei angezündet worden. Die Taliban machen allerdings häufig übertriebene Angaben zu ihren Aktionen.

Es soll sich um einen zivilien Helikopter handeln

Das afghanische Innenministerium erklärte, ein Team von Polizisten sei in die Region geschickt worden. Die Nato-geführte Isaf-Truppe teilte mit, von dem Vorfall seien keine Isaf-Kräfte betroffen gewesen. Es handele sich um einen zivilen Hubschrauber. Über den Verbleib des Helikopters und der Insassen könnten keine Angaben gemacht werden.

AFP/mrs

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