Zum Hauptinhalt springen

Nun erweitert auch Südkorea Luftüberwachungszone

Seoul bietet Peking im Ostchinesischen Meer die Stirn. Nachdem China seine Luftüberwachungszone erweitert hatte, zieht Südkorea nun nach. Gleichzeitig startet das Land ein Manöver mit den Briten und den USA.

Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Keystone
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
Japan Pool/Jiji Press, AFP
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
AFP
1 / 25

Südkorea erweitert seine Luftverteidigungszone im Ostchinesischen Meer und bietet damit China im Territorialstreit die Stirn. Sie umfasse künftig auch Teile einer kürzlich von Peking eingerichteten Zone, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit.

Die neue Zone schliesst auch eine unter Wasser gelegene Felsformation ein, die von Südkorea kontrolliert, aber auch von China beansprucht wird. Die Regelungen für die neue Zone würden Mitte Dezember in Kraft treten, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

«Wir haben die betroffenen Staaten vorher ausreichend informiert», sagte ein Sprecher. Es gebe durch den Schritt künftig weder Beschränkungen für die Zivilluftfahrt, noch werde der Luftraum anderer Länder verletzt.

Sorge vor Eskalation

Seoul reagierte mit der Ankündigung auf die Schaffung einer chinesischen Luftraumüberwachungszone im Ostchinesischen Meer, die teilweise die Überwachungsgürtel Japans und Südkoreas überlappt. Der Schritt Pekings von Ende November hatte die Gebietsstreitigkeiten angeheizt und Sorgen vor einer militärischen Eskalation verstärkt.

Chinas Aussenministerium hatte auf die Anfang des Monats angekündigten Pläne Südkoreas zunächst zurückhaltend reagiert und erklärt, Seouls sollte sich an die Völkerrechtsgrundsätze halten. Eine «Identifikationszone zur Luftverteidigung» (ADIZ) sei nicht Teil des Hoheitsgebiets. China will, dass sich in seiner neuen Überwachungszone ausländische Flugzeuge identifizieren.

Die Schaffung der Überwachungszone durch China wurde insbesondere als Kampfansage an Japan und dessen Schutzmacht USA gewertet. Beim Besuch von US-Vizepräsident Joe Biden in Peking vor wenigen Tagen hatte die chinesische Führung die Forderung der USA nach Rücknahme des Schritts abgelehnt.

Sowohl Japan als auch China erheben in dem Gebiet Ansprüche auf eine Inselgruppe, die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannt wird und praktisch unter japanischer Verwaltung steht.

Seoul hatte Peking vergeblich zu Anpassungen der neuen Überwachungszone aufgerufen, die die von den Koreanern Ieodo genannte Felsformation einschliesst. Über dem Riff hatte Südkorea eine Forschungsplattform verankert. Auch Ieodo liegt jetzt künftig in der eigenen Überwachungszone.

Manöver der südkoreanischen Armee

Südkoreas Marine begann unterdessen zusammen mit britischen und amerikanischen Seestreitkräften ein zweitägiges Manöver. Die Übungen finden vor der Südküste des Landes statt. Das Manöver sei nicht verabredet worden, um gegen Chinas neue Überwachungszone zu protestieren, betonte Kommandant Steven Curry von der Pazifikflotte in Hawaii.

Die Truppen der beiden Bündnispartner USA und Südkorea veranstalten regelmässig gemeinsame Übungen zu Wasser, zu Land und in der Luft. Sie sollen vor allem dazu dienen, gegen Bedrohungen Nordkoreas gewappnet zu sein.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch