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Obama witzelt mit Japans Kaiser über graue Haare

Zum Auftakt seiner Asienreise macht der US-Präsident in Tokio Halt. Mit Regierungschef Abe sprach er über den Inselstreit mit China und die Ukraine-Krise. Im Vorfeld des Treffens war Obama zu Spässen aufgelegt.

Am Flughafen südlich von Seoul gelandet: US-Präsident Barack Obama schüttelt dem südkoreanischen Aussenminister Cho Tae-young die Hand. (25. April 2014)
Am Flughafen südlich von Seoul gelandet: US-Präsident Barack Obama schüttelt dem südkoreanischen Aussenminister Cho Tae-young die Hand. (25. April 2014)
Keystone
Champagner für den Kaiser und den Präsidenten: Akihito und Barack Obama im Schloss in Tokio. (24. April 2014)
Champagner für den Kaiser und den Präsidenten: Akihito und Barack Obama im Schloss in Tokio. (24. April 2014)
AFP
... die gegen den Besuch Obamas protestieren. (23. April 2014)
... die gegen den Besuch Obamas protestieren. (23. April 2014)
Reuters
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US-Präsident Barack Obama hat Japan im Streit mit China um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer den Rücken gestärkt. Die in Japan Senkaku genannte Inselgruppe werde vom Sicherheitsvertrag zwischen den USA und Japan abgedeckt, sagte Obama in Tokio nach einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe. Die USA würden also eingreifen, wenn die Inselgruppe angegriffen würde.

Die in China Diaoyu genannte umstrittene Inselgruppe wird von Tokio kontrolliert und liegt in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden grössere Öl- und Gasvorkommen vermutet. China schickt immer wieder Schiffe in das Seegebiet um die Insel, um Stärke zu zeigen. Mit dem Streit um die Inselgruppe verknüpft sind Auseinandersetzungen um Überflugrechte und Flugsicherheitszonen.

Zum Auftakt ihres Treffens betonten Obama und Abe die Bedeutung der strategischen Partnerschaft ihrer beiden Länder. «Die Allianz zwischen den USA und Japan ist die Grundlage für die Sicherheit der Asien-Pazifik-Region», sagte Obama. Beide Länder teilten gemeinsame demokratische Werte. Abe kündigte seinerseits an, dass seine Regierung «weiter zum Frieden in der Region» beitragen wollen.

Diplomatische Streitfragen

In der Region gibt es erhebliche Spannungen und diplomatische Streitfragen. Sowohl Südkorea als auch die Volksrepublik China verfolgen mit Argwohn, ob die japanische Führung an ihre früheren Vormachtbestrebungen anknüpft. Kurz vor Obamas Ankunft in Tokio besuchten fast 150 japanische Abgeordnete den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio, in dem mit 2,5 Millionen japanischen Kriegstoten auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Dies wurde von den Nachbarländern scharf kritisiert. Ausserdem gibt es in der Region immer wieder Sorge wegen des nordkoreanischen Atomprogramms.

Bei der Pressekonferenz mit Abe äusserte sich der US-Präsident auch zum Ukraine-Konflikt. Wegen seines Vorgehens in der Ukraine muss Russland laut Obama mit weiteren Sanktionen rechnen. Derzeit würden neue Strafmassnahmen «aufgeteet», sagte er. Allerdings bräuchten die USA die Hilfe ihrer Verbündeten, damit die Sanktionen auch wirksam seien. Er arbeite daran, entsprechenden Rückhalt zu bekommen.

Zudem warf der US-Präsident Moskau vor, sich nicht an die Genfer Vereinbarung zur Entschärfung der Spannungen in der Ostukraine zu halten. «Bösartige und bewaffnete Männer» würden weiter Gebäude in der Region besetzen, doch Moskau habe den Aktionen prorussischer Aufständischer nicht Einhalt geboten.

Folgeerscheinungen von Alter und Stress

Zum offiziellen Auftakt seines Japanbesuchs ist Obama mit Kaiser Akihito zusammengetroffen. Der Monarch empfing den Staatsgast in seiner weitläufigen Residenz im Tokioter Stadtteil Chiyoda.

Beim privaten Gespräch im Kaiserpalast kam dem Vernehmen nach auch Folgeerscheinungen von Alter und Stress zur Sprache. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen habe er noch keine grauen Haare gehabt, sagte Obama. Der Kaiser entgegnete: «Sie haben einen sehr harten Job.»

Obama wird am Freitag in Südkorea erwartet und besucht danach noch Malaysia und die Philippinen. Im Oktober musste er eine Asien-Reise wegen des Haushaltsstreits in den USA kurzfristig absagen. Dadurch wurde vorübergehend Obamas Absicht untergraben, die Beziehungen zum asiatischen Raum insgesamt deutlich zu verstärken.

AP/chk

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