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Pakistan droht Washington mit verheerenden Konsequenzen

Harsche Kritik wurde in Pakistan laut, weil die Amerikaner mit der Bin-Laden-Operation die Souveränität des Landes verletzt hätten. Die pakistanische Regierung will nun keine ähnlichen Einsätze mehr dulden.

Im Innern der Villa: Videoaufnahmen des Fernsehsenders ABC zeigen ein Schlafzimmer von Osama Bin Ladens Unterschlupf. (2. Mai 2011)
Im Innern der Villa: Videoaufnahmen des Fernsehsenders ABC zeigen ein Schlafzimmer von Osama Bin Ladens Unterschlupf. (2. Mai 2011)
Keystone
Das Schlafzimmer mit einem grossen Bett hat nur eine Reihe schmaler Fenster.
Das Schlafzimmer mit einem grossen Bett hat nur eine Reihe schmaler Fenster.
Keystone
Einer der Söhne Osama Bin Ladens, Omar Bin Laden, in Saudiarabien im Jahr 2007.
Einer der Söhne Osama Bin Ladens, Omar Bin Laden, in Saudiarabien im Jahr 2007.
Reuters
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Pakistan hat den USA mit gravierenden Konsequenzen gedroht, sollte es auf seinem Hoheitsgebiet einen weiteren nicht autorisierten Angriff auf Terrorverdächtige ähnlich der Tötung von Osama Bin Laden geben. Die Streitkräfte erklärten, in diesem Fall würden die Beziehungen zu Washington auf den Prüfstand gestellt. Die Zahl der US-Truppen in Pakistan werde auf ein Minimum reduziert.

Aussenminister Salman Bashir erklärte, niemand solle daran zweifeln, dass eine neuerliche Aktion wie die gegen den Al-Qaida-Chef am Montag verheerende Folgen haben werde. «Die pakistanischen Sicherheitskräfte sind weder inkompetent noch nachlässig in ihrer heiligen Pflicht, Pakistan zu beschützen», sagte Bashir.

Die Truppen und die Regierung ernteten innerhalb Pakistans heftige Kritik dafür, dass sie die Verletzung ihres Hoheitsgebiets duldeten. Ausserdem wurden Zweifel an der Darstellung laut, dass Islamabad in den Einsatz amerikanischer Spezialkräfte nicht eingeweiht war. Die pakistanischen Streitkräfte räumten allerdings ein, dass es bei der Suche nach bin Laden Unzulänglichkeiten gegeben habe.

USA als «wichtiger Freund» Islamabads

Aussenminister Bashir sagte, Islamabad erkenne an, «dass die USA ein wichtiger Freund sind». Die Beziehungen zwischen Washington und Pakistan bewegten sich «grundsätzlich in die richtige Richtung.»

Er betonte erneut, dass die Regierung schon vor der Landung der US-Helikopter in Abbottabad Kenntnis von dem Einsatz gehabt habe. Die Streitkräfte hätten zwei F-16 Kampfflugzeuge entsandt, als sie bemerkt hätten, dass Helikopter über die Stadt flogen, sagte er. Offenbar seien die Flugzeuge aber zu spät eingetroffen.

Nach US-Angaben wurde Pakistan aus Angst vor Verrat nicht im Voraus über die Aktion zur Ergreifung bin Ladens informiert. Auf die Frage, ob die Operation illegal gewesen sei, antwortete Bashir: «Das müssen Historiker entscheiden.»

Keine Erklärung für Pakistans Ahnungslosigkeit

Die Tatsache, dass Bin Laden jahrelang in einem grossen Haus in einer Garnisonsstadt lebte, nur wenige hundert Meter von einer Militärakademie entfernt, hat vielfach den Verdacht hervorgerufen, dass Teile des pakistanischen Sicherheitsapparats ihn dort beherbergt haben könnten. Diesen Vermutungen widersprach die pakistanische Regierung, konnte aber auch keine Erklärung dafür liefern, warum sie keine Ahnung von Bin Ladens Aufenthaltsort hatte. Eine Untersuchung sei aber nicht geplant, sagte Bashir.

Die EU erklärte unterdessen, die jüngsten Ereignisse seien kein Anlass für eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und Pakistan. EU-Sprecher Michael Mann sagte, es könne keine Zweifel daran geben, dass Pakistan ein wichtiger Partner in der Region bleiben und Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani weiterhin Unterstützung von der EU erhalten werde.

Chris Brummitt/ dapd

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