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Pakistans Geheimdienst als Taliban-Helfer unter Verdacht

Die von WikiLeaks veröffentlichten Dokumente zum Afghanistankrieg belasten den pakistanischen Geheimdienst ISI schwer. Eine Einheit, der eine enorm wichtige Bedeutung zugemessen wird.

Immer wieder auch Ziel von Terrorangriffen: ISI-Basis in Peshawar.
Immer wieder auch Ziel von Terrorangriffen: ISI-Basis in Peshawar.
AFP

Der Inter-Services Intelligence (ISI) ist Pakistans mächtigster Geheimdienst. Formal ist er dem Premierminister unterstellt, de facto funktioniert er unter Führung der pakistanischen Streitkräfte wie ein Staat im Staate. Seit September 2008 steht der General Ahmed Shuja Pasha an der Spitze des militärischen Nachrichtendienstes, dem eine zentrale, wenn auch verdeckte Rolle bei der Bestimmung der Geschicke der 167 Millionen Einwohner zählenden Atommacht zugeschrieben wird.

Die von der Internetseite WikiLeaks veröffentlichten Geheimdokumente offenbaren, dass der pakistanische Geheimdienst der "vermutlich wichtigste ausserafghanische Helfer der Taliban" ist. Seine Agenten sollen dabei sein, wenn sich Aufständische zum Kriegsrat treffen und sogar Mordaufträge erteilen, etwa gegen den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai.

Taliban unterstützt

Vom Westen wurde dem ISI bereits mehrfach vorgeworfen, ein doppeltes Spiel zu betreiben und die Taliban in Afghanistan zu unterstützen - obwohl Pakistan erklärter Verbündeter der USA im Krieg gegen den Terror ist und der ISI etwa bei der Verhaftung des selbst erklärten Drahtziehers der Anschläge vom 11. September, Khalid Sheikh Mohammed, half.

Der ISI half aber auch in den 80er Jahren, mit US-Geldern finanzierte Waffen an die islamischen Kämpfer in Afghanistan zu liefern, die schliesslich die sowjetischen Truppen vertrieben; der ISI unterstützte die Taliban, als sie von 1996 bis 2001 in Afghanistan herrschten und Osama bin Laden Unterschlupf gewährten.

«Erheblichen Einfluss»

Heute erklärt die Regierung in Islamabad, die einstigen Verbindungen des ISI würden nicht fortgesetzt. Im März 2009 sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates allerdings: "Die Kontakte des ISI (mit extremistischen Gruppen) machen uns echte Sorgen, und wir haben das den Pakistanern direkt mitgeteilt."

In einer Studie der London School of Economics (LSE) von Mitte Juni heisst es, der ISI lasse den Taliban Geld, Waffen sowie Ausbildung zukommen und gewähre ihnen Schutz. Er übe "erheblichen Einfluss" auf die strategischen Entscheidungen und die Einsätze der Aufständischen aus. Sowohl die afghanische Regierung als auch die Nato-geführten Truppen am Hindukusch stünden auf verlorenem Posten, solange Pakistan seine Haltung gegenüber den Aufständischen nicht grundlegend ändere.

AFP/sam

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