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Poker um einen Sehnsuchtsort

70 Jahre ist der Streit zwischen Tokio und Moskau um die Kurilen-Inseln alt. Kurz vor Putins Besuch in Japan signalisiert Premier Shinzo Abe Kompromissbereitschaft.

Lenin wacht: Ein Sowjetsoldat 1989 auf den Kurilen. Foto: Junji Kurokawa (AFP)
Lenin wacht: Ein Sowjetsoldat 1989 auf den Kurilen. Foto: Junji Kurokawa (AFP)

Kap Nosappu ist ein Ort der Sehnsucht. Der Blick schweift hinüber nach Habomai, einem winzigen Archipel, von dem die japanische Regierung sagt, die Sowjets hätten es mit den Inseln Shikotan, ­Kunashir und Iturup nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs völkerrechtswidrig besetzt. Am 1. September 1945 stürmte die Rote Armee auf Shikotan das Klassenzimmer, in dem der heute 82-jährige ­Hiroshi Tokuno sass. «Sie zogen nicht einmal die Schuhe aus. Erst dachten wir, sie seien Amerikaner», erzählt er. Davor fürchteten sich die Fischer auf Shikotan. «Aber die Russen, das war noch viel schlimmer.» 1948 wurde er mit 13 wie alle übrigen Japaner der vier Inseln nach Hokkaido deportiert.

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