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Polizist erschiesst drei Ärzte

In einem Spital in Kabul hat ein afghanischer Polizist drei amerikanische Ärzte erschossen. In dem christlichen Krankenhaus werden vor allem Kinder behandelt.

Plötzlicher Angriff: Zivilisten verlassen das Spital. (24. April 2014)
Plötzlicher Angriff: Zivilisten verlassen das Spital. (24. April 2014)
Keystone

Ein afghanischer Polizist hat in einem christlichen Spital in Kabul drei amerikanische Ärzte erschossen. Eine amerikanische Ärztin wurde bei dem Angriff zudem verwundet, wie der Polizeichef in der Hauptstadt, Sahir Sahir, sagte.

Der Todesschütze sei zur Bewachung des Spitals eingesetzt gewesen, das vor allem Kinder behandelt. Er habe sich anschliessend selber in den Bauch geschossen und sei zudem von einem Polizisten angeschossen worden. Der Angreifer sei festgenommen worden.

Immer wieder sind Polizisten die Angreifer

Vor drei Wochen hatte ebenfalls ein afghanischer Polizist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus im Osten des Landes getötet. Der Angreifer soll im Verhör ausgesagt haben, er habe damit einen NATO-Luftangriff auf sein Dorf rächen wollen. Der Angriff von heute war der sechste auf ausländische Zivilisten seit Jahresbeginn. Die Taliban äusserten sich zunächst nicht.

Polizeichef Sahir sagte, der Todesschütze sei der Polizei vor zwei Jahren beigetreten. «Wir wissen nicht, warum er das Feuer auf die Ausländer eröffnete. Wir untersuchen das.»

Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte, die getöteten Ärzte hätten in dem Spital gearbeitet. Das Gesundheitsministerium teilte dagegen mit, die drei Todesopfer hätten eine Kollegin besucht, die bei dem Angriff verletzt wurde. Die US-Botschaft bestätigte, dass es sich bei den Opfern um Amerikaner handelte.

Nicht der erste Vorfall

Das 2005 gegründete Spital der US-Hilfsorganisation Cure bezeichnet sich selber als eine der führenden medizinischen Einrichtungen Afghanistans. Nach Angaben des Spitals versorgen 27 Ärzte und 64 Krankenschwestern oder Pfleger jährlich rund 37'000 Patienten. Cure nennt als Aufgaben «die Kranken zu heilen und das Königreich Gottes zu verkünden».

Vor knapp vier Jahren hatten die Taliban im Nordosten Afghanistans zehn Ärzte und Helfer getötet, darunter acht Ausländer. Die Taliban nannten die Opfer «christliche Missionare», die spioniert und Bibeln verteilt hätten.

SDA/kle

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