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Propaganda-Lautsprecher? Nordkorea will schiessen

Nordkoreas Militär will die geplante Wiederaufnahme von Propaganda-Durchsagen Südkoreas an der beiderseitigen Grenze mit Kugeln beantworten.

Vorbereitungen für politische Beschallung: Südkoreanische Soldaten mit Propaganda-Lautsprechern an der Grenze am 24. Mai 2010.
Vorbereitungen für politische Beschallung: Südkoreanische Soldaten mit Propaganda-Lautsprechern an der Grenze am 24. Mai 2010.
Keystone

Ein Befehlshaber der Volksarmee wurde am Montag von den Staatsmedien mit der Aussage zitiert, Nordkorea werde das Feuer eröffnen, falls Südkorea neue Instrumente der «psychologischen Kriegsführung» wie beispielsweise Lautsprecher installiere. Man werde diese Aktionen als «ernste militärische Provokation» auffassen. Mit dieser Drohung reagierte Nordkorea auf die Ankündigung des Verteidigungsministeriums in Seoul, die anti-nordkoreanische Propaganda an der schwer bewachten Grenze nach sechsjähriger Unterbrechung wieder aufnehmen zu wollen.

Die geplante Aktion ist Teil eines Massnahmenbündels, das Südkorea als Antwort auf die Versenkung eines seiner Kriegsschiffe im März nahe der innerkoreanischen Seegrenze umsetzen will. Nach Angaben Seouls gibt es eindeutige Beweise dafür, dass das kommunistische Nachbarland das Schiff bei einem Torpedoangriff versenkt habe. Nordkorea bestreitet dies.

Unterstützung für Südkorea durch die USA

Angesichts des schwelenden Konflikts hat US-Präsident Barack Obama eine engere militärische Zusammenarbeit mit Seoul angeordnet. Damit sollten in Zukunft Angriffe des kommunistischen Nordens abgewendet werden. In Reaktion auf die Verletzung internationaler Gesetze durch Pyongyang überprüften die USA ferner ihre gegenwärtige Politik gegenüber Nordkorea, erklärte der Sprecher des Weissen Hauses, Robert Gibbs, in der Nacht zu Montag.

Die von Seoul auferlegten Sanktionen gegen Nordkorea bezeichnete der Obama-Sprecher in diesem Zusammenhang als «völlig gerechtfertigt». Südkorea könne sich wie bisher der vollen Unterstützung der USA sicher sein.

Vorwürfe wegen angeblicher privater Propaganda

Nordkorea und Südkorea hatten sich vor sechs Jahren im Rahmen damaliger Aussöhnungsbemühungen darauf geeinigt, die grenzüberschreitende Propaganda auf beiden Seiten einzustellen. Nordkorea unterstellte Südkorea in den vergangenen Monaten wiederholt, für Propaganda-Aktionen durch private Gruppen verantwortlich zu sein, bei denen anti-nordkoreanische Flugblätter mit Ballons über die Grenze gebracht werden.

SDA/raa

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