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Putin plant Ausbau seiner Kriegsstützpunkte

Die einst stolze russische Marine betreibt zurzeit nur noch Basen in der Ukraine und Syrien. Nun möchte Putin drei neue Flottenstützpunkte an strategisch teils heiklen Orten errichten.

Neben Tartus in Syrien der einzige russische Flottenstützpunkt im Ausland: Der Standort der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol, Ukraine. (27. Juli 2012)
Neben Tartus in Syrien der einzige russische Flottenstützpunkt im Ausland: Der Standort der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol, Ukraine. (27. Juli 2012)
Keystone

Russland führt mit Kuba, Vietnam und den Seychellen offenbar Verhandlungen über Stützpunkte für seine Seestreitkräfte. Dort könnten Versorgungsbasen für die russische Marine entstehen, sagte Wiktor Tschirkow, Chef der russischen Marine, heute der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Derzeit verfügt Russland nur noch über zwei Marinebasen im Ausland: in der Ukraine und in Syrien. In Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim ist die Schwarzmeerflotte stationiert. Der syrische Hafen Tartus dient der Versorgung der Marine im Mittelmeer.

Derzeit steuert ein russisches Marinegeschwader auf Tartus zu, um Unterstützung für den langjährigen Verbündeten Syrien zu zeigen. Zu Sowjetzeiten unterhielt Moskau auch in Kuba und in Vietnam Marinestützpunkte.

Vietnam zeigt Interesse

Der Zusammenbruch der Sowjetunion und die darauffolgenden drastischen Kürzungen im Wehretat stürzten die neu entstandene russische Marine in ein tiefes Loch. Erst nachdem Putin als Präsident vereidigt wurde, gewann die russische Flotte wieder an Bedeutung. Nach dem Unglück der Kursk wurden wieder grosse Summen in Krisentraining und Modernisierung gesteckt.

Während seiner ersten Amtszeit als russischer Präsident (2000–2004) beendete Wladimir Putin aber aus strategischen Gründen zunächst die Nutzung des vietnamesischen Stützpunkts in Cam Ranh und später auch die Nutzung des kubanischen Stützpunkts.

Abgekühltes Verhältnis mit den USA

Dieser Entscheid soll nun offenbar rückgängig gemacht werden. Beobachter erklärten den Kurswechsel durch das sich wieder verschlechternde Verhältnis zwischen Russland und den USA.

Seit Putins Wiederwahl im März hat sich das Verhältnis zwischen den USA und Russland wieder merklich abgekühlt. Nicht nur blockiert Russland zusammen mit China eine UN-Resolution im Syrienkonflikt. Russland hat dem Westen und damit auch den USA vorgeworfen, für den Krieg in Syrien mitverantwortlich zu sein.

SDA/ses

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