Russland nimmt Hunderte nordkoreanische Fischer fest

Über 200 Wilderer wurden von der Küstenwache verhaftet. Wegen der Knappheit an Nahrungsmitteln fahren sie in russische Gewässer.

Der Regierung in Moskau zufolge fischen die Nordkoreaner mit in Russland verbotenen engmaschigen synthetischen Netzen. Foto: Jacky Chen/Reuters

Der Regierung in Moskau zufolge fischen die Nordkoreaner mit in Russland verbotenen engmaschigen synthetischen Netzen. Foto: Jacky Chen/Reuters

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Die russische Küstenwache ist erneut gegen nordkoreanische Fischer vorgegangen. In den vergangenen Tagen seien insgesamt weitere 262 Wilderer festgenommen worden, die in den Gewässern illegal gefischt hätten, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB der Agentur Interfax zufolge am Freitag mit.

Erst vor zehn Tagen wurden 161 Fischer aus Nordkorea festgenommen. Zuvor waren die Grenzschützer beschossen und drei von ihnen verletzt worden. Diesmal habe es keine Verletzten gegeben, hiess es. Das kommunistische Nordkorea leidet unter chronischem Nahrungsmittelmangel.

Die nordkoreanischen Fischer waren demnach in russischen Hoheitsgewässern unterwegs. Dort fährt die Küstenwache Russlands nach eigenen Angaben zum Schutz ihrer meeresbiologischen Ressourcen Patrouillen. Bei den erneuten Kontrollen seien 30'000 Tintenfische entdeckt worden.

Ausserdem wurden den Angaben nach drei Fischer- und zwei Motorboote beschlagnahmt und nach Nachodka und Posjet bei Wladiwostok gebracht. Der Agentur Ria Nowosti zufolge stellte die Küstenwache 2018 insgesamt mehr als 8000 Verstösse fest. Russlands Fischerei-Behörde hatte auch nach Klagen einheimischer Unternehmer in diesem Jahr keine Fanglizenzen an die Nordkoreaner ausgegeben. Tausende Fischer aus Nordkorea sind Medien zufolge in diesem Jahr dort schon zeitweise festgenommen worden.

Der Chef der Vereinigung russischer Fischerei-Unternehmen in der fernöstlichen Region Primorje, Georgi Martynow, beklagte kürzlich auch hohe ökologische Schäden durch die nordkoreanischen Fischer. Sie fischten mit in Russland verbotenen engmaschigen synthetischen Netzen. Mit diesen würden auch kleine Lebewesen aus dem Meer geholt. Zudem würden die Netze einfach im Meer entsorgt, wo sie 200 Jahre bräuchten, um zersetzt zu werden. Auch die Schiffe selbst entsprächen nicht den hygienischen und technischen Vorschriften. (sda)

Erstellt: 27.09.2019, 23:45 Uhr

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