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Russland vervielfacht Gaslieferungen nach China

In Moskau reibt man sich die Hände: Der russische Konzern Gazprom wird China bald 38 Milliarden Kubikmeter Gas liefern – pro Jahr. Der neue Vertrag ist eine Ohrfeige für die Europäische Union.

«Russisch-chinesische Beziehungen sind tonangebend in der Welt»: Handschlag zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping nach Abschluss ihrer Gespräche in Moskau. (22. März 2013)
«Russisch-chinesische Beziehungen sind tonangebend in der Welt»: Handschlag zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping nach Abschluss ihrer Gespräche in Moskau. (22. März 2013)
Keystone

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Russland und China grundsätzlich auf einen neuen Gasvertrag geeinigt. Das russische Staatsunternehmen Gazprom werde dem chinesischen Partner CNPC von 2018 an mindestens 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern, sagte Konzernchef Alexej Miller am Freitag.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der neue chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping zeigten sich bei ihrem Treffen in Moskau äusserst zufrieden. «Der erste Tag meines Besuchs ist mit einem grossartigen Erfolg zu Ende gegangen», sagte Xi.

Der Durchbruch ist nach Ansicht von Experten zugleich eine Ohrfeige für die Europäische Union, die gegen Gazprom ein Kartellverfahren eingeleitet hatte. Russland hatte daraufhin angekündigt, sich stärker nach China zu orientieren.

Der Preis war der Knackpunkt

Miller betonte, dass auch eine Erhöhung der Liefermenge auf jährlich bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Gas möglich sei. Der endgültige Vertrag solle bis Jahresende stehen, sagte der Putin-Vertraute.

Gazprom und der chinesische Staatskonzern CNPC unterzeichneten in Anwesenheit von Putin und Xi ein entsprechendes Memorandum. Knackpunkt war bis zuletzt der Preis. Details dazu nannte Miller nicht.

Zudem vereinbarte der vom Kreml gesteuerte Konzern Rosneft eine Zusammenarbeit mit CNPC bei der Ausbeutung der russischen Arktis. Die Öllieferungen nach China sollen deutlich ansteigen. Im Gegenzug erhält Rosneft einen Milliardenkredit von der chinesischen Staatsbank.

Engere strategische Zusammenarbeit vereinbart

Die russisch-chinesischen Beziehungen seien tonangebend in der Welt, hatte Putin zu Beginn des Treffens gesagt. Gemeinsam mit seinem chinesischen Kollegen vereinbarte er bei der live im Staatsfernsehen übertragenen Zeremonie eine engere strategische Zusammenarbeit.

Beide Seiten betonten, es sei ein klares Zeichen für die hervorragenden bilateralen Beziehungen, dass Xis erste Auslandsreise kurz nach seinem Amtsantritt als Präsident nach Russland führe. Xi Jinping wurde von seiner Ehefrau Peng Liyuan, einer prominenten Sängerin, begleitet.

Ziel seines Besuchs sei es, die «strategische Partnerschaft» mit Russland zu stärken, sagte Xi bei dem Treffen im Kreml. Die Staatschefs wollten zudem wichtige internationale Fragen wie das nordkoreanische Atomprogramm und die Lage in Syrien besprechen. Moskau und Peking hatten im Weltsicherheitsrat mehrmals eine Resolution gegen die syrische Führung verhindert.

«Die chinesische Delegation wird ihre Arbeit in Russland morgen fortsetzen, aber ich kann schon jetzt mit voller Überzeugung sagen, dass der Staatsbesuch des chinesischen Führers ein voller Erfolg ist», sagte Putin. Xi Jinping will sich an diesem Samstag mit Regierungschef Dmitri Medwedew treffen.

Am Sonntag reist der chinesische Staats- und Parteichef weiter nach Tansania. Anschliessend nimmt er wie auch Putin am Gipfel der fünf Schwellenländer Brics (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) im südafrikanischen Durban teil.

(SDA)

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