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Scharfe Worte nach Kims Atomtest aus Moskau, Peking und Washington

Nordkorea hat nach 2006 und 2009 einen dritten Atomtest durchgeführt. Dem isolierten Land drohen nun neue Strafmassnahmen. Barack Obama fordert eine «rasche und glaubwürdige» Reaktion.

Der Test soll auf dem Stützpunkt Punggye-ri im nördlichen Nordkorea stattgefunden haben: Ein Mitarbeiter des Seismologischen Zentrums in Taiwan zeigt den Ort auf einer Karte. (12. Februar 2013)
Der Test soll auf dem Stützpunkt Punggye-ri im nördlichen Nordkorea stattgefunden haben: Ein Mitarbeiter des Seismologischen Zentrums in Taiwan zeigt den Ort auf einer Karte. (12. Februar 2013)
AFP
Das südkoreanische Fernsehen zeigt eine Satellitenaufnahme des mutmasslichen Testgeländes Punggye-ri. Darauf sind ein Tunneleingang (oben) vermerkt sowie ein Haufen mit Gesteinsmaterial, der nun geschrumpft sein soll. Mit dem Material könnte vor der Sprengung der Hohlraum abgedichtet worden sein, in dem sich die Atombombe befand. (12. Februar 2013)
Das südkoreanische Fernsehen zeigt eine Satellitenaufnahme des mutmasslichen Testgeländes Punggye-ri. Darauf sind ein Tunneleingang (oben) vermerkt sowie ein Haufen mit Gesteinsmaterial, der nun geschrumpft sein soll. Mit dem Material könnte vor der Sprengung der Hohlraum abgedichtet worden sein, in dem sich die Atombombe befand. (12. Februar 2013)
Reuters
Die Ausschläge sind nach Angaben von Seismologen charakteristisch für einen Atomtest. (12. Februar 2013)
Die Ausschläge sind nach Angaben von Seismologen charakteristisch für einen Atomtest. (12. Februar 2013)
AFP
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Nordkorea hat seinen dritten und bisher stärksten Atomwaffentest ausgeführt und damit die Weltgemeinschaft herausgefordert. Der Test sei unterirdisch zum «Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität» erfolgt, erklärte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Alle UNO-Vetomächte lehnten das Vorgehen ab.

Der dritte Atomwaffentest nach denen von 2006 und 2009 wurde von der UNO-Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) um 3.57 Uhr und 51 Sekunden (MEZ) mit einer «Stärke von 4,9 auf der Richterskala» registriert. Der Atomtest war demnach deutlich stärker als der von 2009, der mit 4,2 vermerkt wurde. KCNA vermeldete die «Verwendung einer kleineren und leichteren A-Bombe, aber mit grosser Sprengkraft» – und nährte damit die Befürchtungen, dass das Land die Produktion von Sprengköpfen vorbereitet, die mit Raketen ins Ziel getragen werden könnten.

China und Russland lehnen Test ab

Kurz nach dem Test drohte Pyongyang mit «noch stärkeren» Aktionen. Sollten die USA die Lage «mit fortgesetzter Feindseligkeit» noch komplizierter machen, «dann haben wir keine andere Wahl als in einem zweiten oder dritten Schritt eine noch stärkere Aktion auszuführen», erklärte das Aussenministerium.

Die meisten Regierungen reagierten mit Bestürzung auf den Atomtest und verurteilten das Vorgehen Pyongyangs. Der letzte verbliebene Verbündete von Gewicht, China, vermied zwar das Wort «Verurteilung», lehnte den Atomtest aber «entschlossen» ab. Der nordkoreanische Botschafter in Peking wurde ins Aussenministerium einbestellt.

Die russische Regierung verurteilte eine Verletzung von UNO-Resolutionen. Die iranische Regierung, die selbst wegen ihres Atomprogramms unter internationalem Druck steht, ging auf Distanz zu Pyongyang. «Kein Land» sollte Atomwaffen besitzen, erklärte das Aussenamt in Teheran. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Test als «klaren und schweren Verstoss» gegen UNO-Resolutionen.

Obama fordert «rasche» Reaktion

US-Präsident Barack Obama forderte, auf den «provokativen» Test müsse es «rasch» eine «glaubwürdige» internationale Reaktion geben. Anstelle des erklärten Ziels, eine «starke und wohlhabende Nation» zu werden, habe sich Nordkorea «zunehmend isoliert» und seine Bevölkerung «verarmt», indem es nach Massenvernichtungswaffen strebe, beklagte Obama.

«Wir verurteilen Nordkoreas Atomwaffentest schärfstens», erklärte der Nato-Rat in Brüssel. Der Test sei «unverantwortlich». Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton kritisierte den Test «schärfstens» und forderte das Land auf, «von weiteren provokativen Handlungen abzusehen». Frankreichs Präsident François Hollande verlangte, Nordkorea müsse sein Atomwaffenprogramm «vollständig, nachweisbar und unumkehrbar» aufgeben.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Januar neue Sanktionen gegen Pyongyang verhängt, nachdem das Land im Dezember eine Langstreckenrakete getestet hatte. Nur zwei Tage darauf kündigte Nordkorea einen neuen Atomtest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

AFP/chk/mrs/bru

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