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«Schlag gegen den Iran ist keine Frage von Jahren»

Die USA und Israel ringen weiterhin um eine gemeinsame Strategie im Atomstreit mit dem Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu legte in einem Fernsehinterview seine Sicht der Dinge dar.

Will nicht mehr lange warten: Israels Premierminister Benjamin Netanyahu bespricht in Washington mit Barack Obama die Iran-Strategie. (5. März 2012)
Will nicht mehr lange warten: Israels Premierminister Benjamin Netanyahu bespricht in Washington mit Barack Obama die Iran-Strategie. (5. März 2012)
Keystone
US-Präsident Barack Obama empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weissen Haus. (5. März 2012)
US-Präsident Barack Obama empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weissen Haus. (5. März 2012)
Keystone
Yukiya Amano, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, fordert vom Iran den Zugang zur verdächtigen iranischen Militäranlage Parchin. (7. März 2012)
Yukiya Amano, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, fordert vom Iran den Zugang zur verdächtigen iranischen Militäranlage Parchin. (7. März 2012)
Keystone
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Ein Schlag gegen die iranischen Atomanlagen sei «keine Frage von Tagen oder Wochen, aber auch nicht von Jahren», warnte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Donnerstag. Der israelische Regierungschef war zuvor von seinem Besuch in den USA zurückgekehrt. US-Präsident Barack Obama hatte ihn aufgerufen, Sanktionen mehr Zeit zu lassen und noch nicht anzugreifen.

Zugleich hatte Obama bekräftigt, dass er eine mögliche iranische Atombombe nicht nur als Bedrohung Israels, sondern ebenso der USA betrachte. Dagegen würden die USA notfalls auch militärisch vorgehen. Die USA seien dafür auch viel besser gerüstet als Israel, betonte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in einem Interview mit dem «National Journal».

«Wenn sie (die Israelis) sich entscheiden sollten, es zu tun (anzugreifen), dann hätte das ohne Frage Auswirkungen (auf das iranische Atomprogramm), aber ich denke, wenn die USA es tun würden, dann hätten wir eine höllisch grössere Wirkung», sagte Panetta.

Der Iran dementiert

Der Iran verneint, überhaupt nach Atomwaffen zu streben. Netanyahu warnte im israelischen Fernsehen jedoch erneut, eine Bewaffnung des Iran mit Atomwaffen stelle eine Bedrohung für das Überleben des israelischen Volkes dar.

Wenn im Atomstreit der falsche Entscheid getroffen werde, «wem sollte ich das erklären? Den Historikern? Den Generationen vor uns? Den Generationen, die (dann) nicht mehr nach uns kämen?», fragte Netanyahu.

Warnung vom Ex-Mossad-Chef

Der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Meir Dagan, warnte indes vor einem übereilten Angriff auf die iranischen Atomanlagen. Solange nicht alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, sei dies «nicht der richtige Weg», sagte er dem US-Sender CBS in einem Interview, das am Sonntag in voller Länge ausgestrahlt werden soll. Er erklärte darin auch, er habe Vertrauen in Obama, der gesagt habe, er lasse nicht zu, dass der Iran sich zu einer Atommacht entwickle.

SDA/mrs

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