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Schockierender Bericht aus Kims Straflagern

Erstmals untersuchte die UNO die Menschenrechtslage in Nordkorea. Die dokumentierten Gräueltaten bestätigen den schlimmsten Verdacht.

Ihre Existenz wird von Pyongyang abgestritten: Das Gefangenenlager 16 auf Satellitenbildern.
Ihre Existenz wird von Pyongyang abgestritten: Das Gefangenenlager 16 auf Satellitenbildern.
Keystone
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Ein UN-Ermittler hat heute von «unaussprechlichen Gräueltaten» des nordkoreanischen Staates an politischen Häftlingen berichtet. «Zeugenaussagen deuten auf weitreichende Verletzungen in allen Bereichen hin», sagte der frühere australische Richter Michael Kirby heute vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf. Die Schilderungen reichten vom Ertränken eines Säuglings bis zu systematischer Unterernährung und sexueller Gewalt.

Kirby leitet eine Untersuchung zu Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea, die im März vom UN-Menschenrechtsrat in Auftrag gegeben worden war. Im kommenden Jahr soll der Bericht vorgelegt werden. Pyongyang verweigert die Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Sie stützen sich daher überwiegend auf Aussagen geflohener Nordkoreaner, die in Südkorea und Japan befragt wurden.

System der Sippenhaft

Das gesammelte Beweismaterial gebe «dem grossen menschlichen Leid ein Gesicht und eine Stimme», sagte Kirby. Die Überlebenden der politischen Gefangenenlager hätte von ganzen Kindheiten in Unterernährung berichtet. Es gebe ein System der Sippenhaft, wo ganze Generationen wegen der politischen Ansichten oder Aktivitäten von Familienangehörigen bestraft würden.

So berichtete ein Überlebender, er sei seit seiner Kindheit in einem Lager gewesen und habe sich von Nagetieren, Eidechsen und Gras ernähren müssen und die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders angesehen. Eine Frau schilderte, wie eine andere Gefangene ihr Baby in einem Eimer habe ertränken müssen. Auch von Folter und sexueller Gewalt sei berichtet worden, sagte Kirby.

In seinem Bericht will er versuchen, die verantwortlichen Institutionen und Regierungsmitarbeiter zu identifizieren. Da er aber «weder Staatsanwalt noch Richter» sei, sei es die internationale Gemeinschaft, die die Konsequenzen aus seinen Ergebnissen ziehen müsse.

AFP/mrs

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