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Schweigende Komplizin?

Die Vertreibung der Muslime in Burma ist eine ethnische Säuberung.

Die Vertreibung der unterdrückten muslimischen Minderheit der Rohingya aus Burma kommt nach UNO-Angaben einer ethnischen Säuberung gleich. Die abschliessende Beurteilung der Lage sei zwar schwierig, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf. «Aber es sieht aus wie ein Paradebeispiel für ethnische Säuberungen.»

Tatsächlich fällt es schwer, den Darstellungen des Staates Burma noch zu glauben. Da ist die Rede vom legitimen Kampf gegen Terroristen, doch jeden Tag verdichten sich die Hinweise, dass das Muster der Gewalt im Westen des Landes ein anderes ist: Die Armee jagt offiziell muslimische Extremisten, doch ihr brutales Vorgehen hat eine riesige Flüchtlingswelle nach Bangladesh ausgelöst. Die Offensive trägt unverkennbare Merkmale eines Vertreibungsfeldzugs.

Angehörige der muslimischen Minderheit fliehen zu Hunderttausenden. Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi behauptet, dass der Staat, dessen Führung sie beansprucht, alle Notleidenden beschütze. Das allerdings klingt angesichts der Vertreibungen wie blanker Hohn. Die Armee setzt gleichzeitig alles daran, die Freiheit von Beobachtern einzuengen, was nur den Verdacht verstärkt, dass sie mutmassliche Gräueltaten zu verbergen hat.

Wenn die UNO die Gewalt nun als ethnische Säuberungen einstuft, dürfte dies kaum Alarmismus sein. Vermutlich hat die Weltgemeinschaft, im Vertrauen auf den glänzenden Ruf von Aung San Suu Kyi, schon viel zu lange gezögert, um Druck aufzubauen. Das Militär hat sich trickreich hinter der Ikone verschanzt und setzt darauf, dass Exzesse ungestraft bleiben. Gut möglich, dass Suu Kyi das zügellose Militär nicht stoppen kann. Aber wenn es so ist, muss sie dies auch bekennen. Sonst wirkt sie wie eine schweigende Komplizin.

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