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Schweres Erdbeben mitten im japanischen Krisengebiet

Ein Beben der Stärke 7,1 hat den Nordosten Japans erschüttert. Das Epizentrum lag rund 40 Kilometer vor der Küste. Über Opfer und Schäden ist noch nichts bekannt.

Im AKW Onagawa war nach dem Nachbeben ein Wasserleck entdeckt worden. Das Kraftwerk ist seit der Tsunami-Katastrophe abgeschaltet.
Im AKW Onagawa war nach dem Nachbeben ein Wasserleck entdeckt worden. Das Kraftwerk ist seit der Tsunami-Katastrophe abgeschaltet.
Keystone
Die Scheibe bei einem Autohändler ist in Brüche gegangen.
Die Scheibe bei einem Autohändler ist in Brüche gegangen.
AFP
Nach dem Erdbeben fiel in mehreren Städten der Strom aus. (8. April 2011)
Nach dem Erdbeben fiel in mehreren Städten der Strom aus. (8. April 2011)
Reuters
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Der Nordosten Japans ist heute erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Die Behörden erliessen nach den Erdstoss der Stärke 7,1 vorübergehend eine Tsunami-Warnung. Im nach dem verheerenden Beben Mitte März havarierten Atomkraftwerk Fukushima entstanden ersten Angaben zufolge keine weiteren Schäden. Japans Ministerpräsident Naoto Kan rief den Krisenstab zusammen.

Das Beben am späten Abend (Ortszeit) ereignete sich nach Angaben der Behörden in 25 Kilometer Tiefe vor der Küste der Präfektur Miyagi, etwa 65 Kilometer von der Stadt Sendai und 125 Kilometer von Fukushima entfernt. Die Stärke wurde zunächst mit 7,4 angegeben und von der US-Erdbebenwarte später auf 7,1 korrigiert.

Strom ausgefallen

In der Stadt Ichinoseki gerieten Gebäude heftig ins Wanken, Gegenstände fielen aus den Regalen und Möbel stürzten um. Wenig später fiel der Strom aus. Sogar in der mehr als 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio war das Beben zu spüren. Kurz zuvor wurde im japanischen Fernsehen eine Erdbebenwarnung veröffentlicht.

Im Fernsehsender NHK wurden die Anwohner in Küstengebieten aufgerufen, sich in höhere Lagen zurückzuziehen. Der meteorologische Dienst Japans warnte vor einem bis zu zwei Meter hohen Tsunami, die Warnung wurde nach 90 Minuten aufgehoben.

Fukushima-Mitarbeiter evakuiert

Der japanischen Atomaufsicht NISA lagen etwa 45 Minuten nach dem Beben keine Informationen über «Anomalien» in den schwer havarierten Reaktoren in Fukushima-Daiichi vor. Die Mitarbeiter hätten sich allerdings in erdbebensichere Schutzräume zurückgezogen.

Auch in dem etwas südlicher gelegenen Atomkraftwerk Fukushima-Daini seien die Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden. Verletzte habe es nicht gegeben, sagte ein NISA-Sprecher während einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. Die Wassereinspeisung in den Reaktoren 1 bis 3 werde fortgesetzt.

Fachleute hatten in den vergangenen Tagen mehrfach davor gewarnt, dass ein starkes Beben die ohnehin instabile Lage in den Unglücksreaktoren von Fukushima weiter verschärfen könnte.

Zwei AKW melden Probleme mit der Stromversorgung

In einer Nuklear- und einer Wiederaufbereitungsanlage war nach dem Beben offiziellen Angaben zufolge die normale Stromversorgung unterbrochen worden. Im Kernkraftwerk in Onagawa sei die externe Stromversorgung ausgefallen, eine Versorgung per Diesel-Generator aber funktioniere. Hier seien keine erhöhten Strahlenwerte festgestellt worden, erklärte die NISA. Auch in der sehr weit nördlich gelegenen Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho sei die reguläre Stromversorgung ausgefallen. Hier arbeiteten ebenfalls Diesel-Generatoren.

Von dem jüngsten Beben betroffen ist die Region, die von dem Tsunami nach dem Erdstoss der Stärke 9,0 am 11. März schwer verwüstet worden war. Die Katastrophe kostete vermutlich 25'000 Menschen das Leben. Seitdem wurde die Region von mehr als 1000 Nachbeben erschüttert.

SDA/ dapd/ AFP/pbe

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